«Der Jugendtreff hat eingeschlagen wie eine Bombe.» Kathrin Wohlgemuth, Jugendarbeiterin, kann sich noch gut an die Eröffnung des Jugendtreffs im Tommasini erinnern. Vor fünf Jahren, am 11. März 2011, hat der Jugendtreff im Untergeschoss seine Tore zum ersten Mal geöffnet. Das Interesse war gross, die Jugendlichen strömten in Scharen ins Tommasini. «Bei 84 Personen habe ich aufgehört zu zählen», sagt Wohlgemuth und lacht.

Dem Jugendtreff vorausgegangen ist das Filmprojekt «Lenzburg 9–99», das die Nutzung des öffentlichen Raumes und die Bedürfnisse der Jugend thematisierte. Die Jugendlichen machten sich in einem von ihnen produzierten Film Gedanken darüber, wo sie sich aufhalten könnten. Fazit war, dass es in Lenzburg keinen Raum gab, der ausschliesslich für Jugendliche gedacht war.

Treffpunkt bis Ende Schulzeit

Für den Treff wurde der Gewölbekeller im Tommasini renoviert. Tatjana Lempart war bei der Eröffnung 14 Jahre alt. Sie gehörte zu einer Gruppe Schülerinnen und Schüler, die bei der Vorbereitungen des Jugendtreffs involviert war. «Es war cool, dass man sich engagieren und eigene Ideen einbringen konnte», sagt sie.

Der Anblick des frisch renovierten Raums ist ihr geblieben. Sie erinnert sich gern an ihre Zeit im Jugendtreff zurück. «Es war immer lustig.» Die Generationen im Jugendtreff kommen und gehen. «Wenn die Jugendlichen die Schule verlassen, finden sie meistens neue Freizeitangebote», sagt Wohlgemuth. Doch diese Ablösungen seien auch gut, denn so entstehe Platz für neue Gruppen.

Heute ist der Jugendtreff zweimal in der Woche geöffnet und zieht jeweils um 30 Jugendliche an. Eine kleine Zahl, wenn man bedenkt, dass in Lenzburg 600 Jugendliche zur Schule gehen. Doch genau für diese Jugendlichen sei der Jugendtreff ein wertvolles Angebot, erklärt Wohlgemuth. «Viele Jugendliche sind bereits sehr verplant und haben keine Zeit für den Jugendtreff.

Doch denjenigen, die ausserhalb der Schule keine festen Verpflichtungen wie einen Verein haben, bieten wir einen Ort an, an dem sie ihre Freizeit verbringen können.» Im Jugendtreff können die Jugendlichen auch lernen, Verantwortung zu übernehmen, indem sie beispielsweise an der Bar arbeiten. So wie Laouand Baro.

Vertrauen zur Jugendarbeiterin

Der Viertbezler schenkt im Jugendtreff regelmässig Getränke aus und hilft mit, Töggeliturniere zu organisieren. Würde ihm etwas fehlen, wenn es den Jugendtreff nicht geben würde? Laouand muss nicht lange überlegen. «Besonders im Winter wäre es langweilig», meint er. Er trifft seine Kollegen regelmässig im «Tomm».

Der Schüler schätzt auch die gute Beziehung zu den Jugendarbeitern. «Wenn man will, kann man mit ihnen auch über Probleme oder Dinge, die einen beschäftigen, sprechen.» Kathrin Wohlgemuth ist zufrieden mit den letzten fünf Jahren. «Teilweise war es ein Chrampf, doch es hat sich gelohnt.»

Jubiläum Freitag, 11. März, im Tommasini, 18 Uhr Apéro, 19.30 Uhr Konzert und Tanzshow, 22 Uhr Party mit DJ Crew