Lenzburg

Fast 100 Teilnehmer treten am Skitag des Kreisturnverbands gegeneinander an

Am Sonntag erobern die Lenzburger die Flumserberge: Fast 100 Ski- und Snowboardfahrer sowie Langläufer aus der Region treten am Skitag des Kreisturnverbands Lenzburg gegeneinander an. Und das schon seit 35 Jahren.

Unterdessen ist der Lenzburger Verband der letzte im Kanton, der diesen traditionellen Anlass noch durchführt. Nach wie vor mit Erfolg: In diesem Jahr messen sich aus zwölf Vereinen von Fahrwangen bis Holderbank, Kinder sowie Jugendliche ab sechs Jahren und Erwachsene bis 55 Jahre. Zu verdanken ist dies Markus «Büsché» Bucher, der seit 25 Jahren als Präsident der Wintersportkommission das Rennen mit viel Herzblut auf die Beine stellt. Dieses Jahr wird jedoch sein letztes sein.

In dem Vierteljahrhundert als Rennleiter hat der Meisterschwander viele schöne Momente, aber auch brenzlige Situationen erlebt. Vor vier Jahren kam es zum ersten und bisher letzten schweren Unfall. «Ein Turner war als Startnummer 1 mit dem Snowboard die Rennstrecke hinuntergefahren und war wieder unterwegs an den Start, um nochmals mit den Ski anzutreten», erinnert sich der 55-Jährige. Doch auf dem Weg vom Lift zur Rennstrecke stürzte er so schwer, dass er sich den Oberschenkel brach.

Rettung in letzter Sekunde

Besonders in Erinnerung geblieben ist Bucher ein Erlebnis, das nun fast zehn Jahre zurückliegt. 2010 schneite es um 9 Uhr so stark, dass er befürchtete, er müsse das Rennen absagen, das um 10 Uhr hätte starten sollen. «Doch plötzlich wie aus dem Nichts tauchten fünf Pistenfahrzeuge der Bergbahnen Flumserberg aus dem Nebel auf und präparierten die Piste für uns. Mit nur 15 Minuten Verspätung konnten wir den ersten Turner die Piste hinunterschicken.»

Eine besondere Freude sei es, jeweils den «Schnäggli-Pokal» zu übergeben, sagt Bucher. Dieser Preis erhält das Kind mit der langsamsten Zeit. «Oft sind die Gewinner dieses Pokals zuvor weinend im Ziel angekommen, weil sie unterwegs stürzten.» Es sei schön, wenn die Kinder bei der Preisverleihung wieder strahlen könnten.

In seiner Zeit als Rennleiter hat Bucher auch die Schneesporttrends hautnah miterlebt. Darunter den Aufstieg und Fall des Snowboards. «Vor 25 Jahren dominierten die Ski. Zehn Jahre später schien es, als würden die Snowboards die Ski überholen», sagt er. Doch dann kam die Kehrtwende. In diesem Jahr gehen noch 14 Snowboarder an den Start, darunter nur ein Kind. Skifahrer sind es 76. «Dafür ist Langlauf wieder im Trend bei den Jungen.» In den letzten 25 Jahren sei die Zahl der Langläufer von 15 auf 3 gesunken. In diesem Jahr sind es wieder 9.

Das kommt nicht von ungefähr: Sieht Bucher einen Rückgang bei Anmeldungen, hakt er bei den Vereinen nach und motiviert die Turner, sich noch nachträglich anzumelden. So blieb die gesamte Teilnehmerzahl bei rund 100 pro Jahr und die Kategorie Langlauf am Leben. «Das ist natürlich mit persönlichem Aufwand verbunden», sagt er.

Medaillengewinner übernimmt

Bucher ist überzeugt, dass sein Nachfolger René Leder genauso viel Energie in den Skitag investieren wird wie er. Dass der Turner aus Holderbank die Rennleitung übernimmt, ist für Bucher ein Glücksfall. «Ich befürchtete schon, ich müsse den Kreisskitag beerdigen.» Zwei Jahre lang suchte er vergeblich nach einem Nachfolger. Leder ist bestens geeignet für das Amt: Er gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Skifahrern und Langläufern des Skitages.

An diesem Sonntag organisiert Markus «Büsché» Bucher nun zum letzten Mal das Rennen mithilfe seiner treuen Helfer. Und fährt zum ersten Mal selbst die Piste hinunter.

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