Beinwil am See

Fassade des «Löwen» ist tabu – das Gebäude-Innere darf ausgehöhlt werden

Der Haupteingang vorne muss optisch bestehen bleiben, an die West-Fassade (rechts) darf angebaut werden.

Der Haupteingang vorne muss optisch bestehen bleiben, an die West-Fassade (rechts) darf angebaut werden.

Der Startschuss zum Architekturwettbewerb ist gefallen. Der Ortsbildschutz hat befunden, dass die Fassade erhaltungswürdig ist. Im Gebäudeinnern müssen die Architekten dagegen Lösungen finden.

Gestern ist der Startschuss zum Architekturwettbewerb gefallen: Das Wettbewerbsprogramm für den Umbau des Hotels Löwen zur Gemeindeverwaltung wurde an sieben ausgewählte Architekturbüros abgegeben. Sie haben jetzt bis Mitte Jahr Zeit, um einen geeigneten Lösungsansatz zu finden. Dabei gilt es unter anderem, die denkmalschützerischen Richtlinien zu beachten und den Kostenrahmen von 4,9 Millionen nicht zu überschreiten. Ende Juni sollen alle Entwürfe und Modelle der Bevölkerung zusammen mit der Empfehlung der Jury vorgestellt werden.

An der Fassade wird nicht gerüttelt

Die Fassaden des Hotels «Löwen» sind laut dem Wettbewerbsprogramm zu erhalten. Das historische Gebäude ist eines der letzten biedermeierlichen Bauten im Dorf. Als Teil der Fassade soll auch der Haupteingang optisch bestehen bleiben. Da er von betagten Personen nicht benutzt werden kann, muss jedoch an anderer Stelle ein neuer Haupteingang geschaffen werden.

Das Foyer auf der Ost-Seite wurde erst vor rund 25 Jahren gebaut und bedarf keiner baulichen Veränderung. Auch der «Löwen»-Saal wird nicht angerührt: «Er ist perfekt, so wie er ist», sagt Teo Rigas vom kantonalen Ortsbildschutz. Er ist Fachberater Ortsbild, Siedlungs- und Städtebau und berät die aus Gemeinderat, Verwaltung, Bevölkerung und Fachleuten zusammengesetzte Jury bei der Prämierung der Wettbewerbsbeiträge. Rigas war bereits bei der Erarbeitung des Wettbewerbsprogramms dabei.

Was verändert werden darf, ist die West-Fassade des Saalbaus: Hier kann angebaut werden, aber nur, wenn sich der Anbau optisch den historischen Gebäuden unterordnet. «Wegen der engen Platzverhältnisse wird an dieser Stelle wohl der neue, behindertengerechte, Haupteingang entstehen», sagt Rigas.

Frei in der Umsetzung ihrer Ideen sind die teilnehmenden Architekten im Innenraum. Dieser ist nicht mehr in originalem Zustand, sagt Teo Rigas. Der westliche Anbau ist auf zwei Geschossen möglich.

Kredit an der Wintergmeind?

Gemeindeammann Peter Lenzin ist sich sicher: «Mitte Jahr haben wir eine technische Lösung für den Umbau des ‹Löwen›», denn schon im Juni bestimme die Jury den für sie besten Entwurf. Der Gemeinderat entscheidet darauf über den Sieger des Architekturwettbewerbs. «Dann geht es an die Projektierung und detaillierte Kreditberechnung.»

Lenzin ist zuversichtlich, dass der Baukredit, wenn nicht Ende Jahr, so im Frühjahr 2015 an der Gemeindeversammlung traktandiert wird. «Ich denke, dass der Umbau noch in dieser Amtsperiode umgesetzt wird.»

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