Regionalbus Lenzburg
Fahrplanwechsel: «Riesengrosse Schwierigkeiten mit dem Verkehr»

Im Hinblick auf 2012 lässt die Regionalbus Lenzburg das Fahrplankonzept durch ein externes Planungsbüro überprüfen. Der Fahrplan soll wieder ins Lot gebracht werden - soweit dies möglich ist.

Fritz Thut
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Regionalbus Lenzburg

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Alles wird grösser, dicker und dichter. Der Fahrplan des Regionalbus Lenzburg (RBL), der dieser Tage in allen Briefkästen der Region landet, ist dicker als sein Vorgänger. Dies, weil das Angebot mit dem Fahrplanwechsel am nächsten Wochenende geringfügig ausgebaut wird und vor allem weil man mit einer grösseren Schrift die Lesbarkeit verbessern wollte.

Und der Verkehr in und um Lenzburg wird immer dichter. Und so für die Busbetriebe in den Hauptpendelzeiten zu einem echten Problem: «Wir haben riesengrosse Schwierigkeiten mit der Verkehrssituation», seufzt René Bossard, der Geschäftsführer der RBL.

Die Beobachtungen, die normale Strassenbenützer machen, betreffen den öffentlichen Busverkehr noch viel extremer: Just wenn sich am Morgen und Abend am meisten Autofahrer zur oder von der Arbeit bewegen, müssen die Buschauffeure mit den vorbildlichen Pendlern ih-ren Fahrplan einhalten, um etwa am Bahnhof Lenzburg die Anschlüsse zu gewährleisten.

Immer mehr «heisse Punkte»

«In letzter Zeit ist es viel dramatischer geworden», hält Bossard fest und verweist auf die bekannten Hotspots in Lenzburg (etwa Hendschikerstrasse und Autobahnzubringer), aber auch auf die Einmündung der Aarauerstrasse in die Seetalstrasse in Seon, wo sich die Autokolonne am Abend bis weit zurück Richtung Schafisheim staut oder die Seetalstrasse in Schafisheim Richtung Schoren am Morgen.

Bei diesen notorischen Staus handelt es sich für den Busbetrieb nur um den ganz alltäglichen Wahnsinn. Wenn während der aktuellen Bauphase auf der A1 bei einem Zwischenfall die Autofahrer ausweichen, läuft auf den Strassen um Lenzburg schnell nichts mehr.

Für den RBL und ihre Kunden hat dies dramatische Folgen. Anschlüsse können nicht mehr gewährleistet werden; neuerdings gab es wegen Verspätungen gar Kursausfälle.

Auftrag zur Analyse

Um die Situation umfassend analysieren zu können, hat Bossard dem Verkehrsplanungsbüro Metron in Brugg einen Auftrag erteilt: Als oberstes Ziel soll der Fahrplan wieder ins Lot gebracht werden - «so weit dies möglich ist».

Die Verkehrsplaner, die mit ihrer Aussensicht auch eventuelle innerbetrieblich festgefahrene Abläufe hinterfragen sollen, überprüfen Fahrzeiten, vorhandene und künftige Kapazitäten sowie die Anschlüsse. «Bisher hat man möglichst viele Anschlüsse anbieten wollen», so Bossard. Nun soll abgeklärt werden, wo allenfalls auf solche zeitlichen Übergänge verzichtet werden kann.

Zusammenarbeit mit dem Repla

Für Bossard, der den Metron-Schlussbericht im nächsten Frühjahr erwartet, um Massnahmen für den Fahrplan 2012 ergreifen zu können, ist sich bewusst, dass nicht alle Probleme RBL-intern gelöst werden können. Bei allfälligen bau- und planungstechnischen Vorkehrungen sind weitere Stellen gefordert. «Der Regionalplanungsverband (Repla) wird sicher einbezogen», stellt der RBL-Geschäftsführer in Aussicht.

Und schon warten am Horizont weitere Herausforderungen: In Schafisheim plant Coop über 1000 neue Arbeitsplätze. Auch diese sollen mit dem RBL erreicht werden können.