Aargauer Volksfest

Euphorisches Publikum am 42. Hallwilerseelauf: «Wiiter so, Monika»

Der 42. Hallwilerseelauf am Samstag fand unter tollen Bedingungen statt. Beim Schloss Hallwyl wurden die über 3000 Läufer besonders laut unterstützt.

«Es ist schön beim Schloss, man sieht alles zweimal. Was ihr zuerst verpasst habt, könnt ihr später hinter dem Aabach beobachten.» Der Speaker beim Schloss hielt am Samstagnachmittag die vielen Zuschauer, die den Durchlauf der Läuferinnen und Läufer beobachteten, bei Laune.

Wer dem Spektakel zum ersten Mal beiwohnte, war froh um den Tipp: Hinter dem Schloss tauchten die Spitzenläufer wieder auf und bewegten sich leichtfüssig Richtung Beinwil am See. Doch schon bald hatte das Publikum keine Zeit mehr, den Kopf zu wenden.

In einer schier endlosen Kolonne schoben sich die mehr als 3000 Läuferinnen und Läufer an den Zuschauern vorbei. Der Speaker wies auf Sportler aus der Region hin und forderte das Publikum zum Anfeuern auf. «Ihr wart gut und laut», rief er, «aber das könnt ihr noch viel besser. Ich will mehr Lärm!» Und tatsächlich hob sich der Geräuschpegel nochmals. Mit konzentrierter Miene passierten die Sportler das Schloss, doch bei den meisten huschte trotzdem ein kurzes Lächeln über das Gesicht.

Hallwilerseelauf 2016

Hallwilerseelauf 2016

Das sind die Highlights des Traditionsanlasses, der zum 42. Mal rund um das malerische Gewässer stattfindet.

Fasziniert von den Läufern

Viele Zuschauer waren extra zur Unterstützung eines Sportlers zum Schloss gekommen und feuerten Bekannte und Familienmitglieder mit «Hopp Fäbu» oder «Wiiter so, Monika» an. Andere waren einfach aus Begeisterung am Laufsport gekommen. «Ich kenne niemanden hier», meinte eine Dame aus Seon. «Aber es ist faszinierend, dass auch Ältere noch so laufen können und Ausdauer haben.»

Eva Hess aus Aarau: «Schön, wie die Zuschauer geklatscht  haben.»

Eva Hess aus Aarau: «Schön, wie die Zuschauer geklatscht haben.»

«Noch ein bisschen länger, ein bisschen schneller laufen», beschrieben Tamara und Andy aus Anwil ihre Motivation zum Training. Doch auch die schöne Landschaft rund um den Hallwilersee wollten sie geniessen. Die beiden starteten im Teamwettkampf, bei welchem sich drei Läufer die Halbmarathon-Strecke teilen. «Man spornt sich gegenseitig an und geht wegen des Teams regelmässiger ins Training», erklärten sie.

Auch Matthias Lüscher aus Bözen war mit zwei Kollegen am Start. Sie bildeten ein Firmenteam. «Wir haben einmal zusammen trainiert, ein solches Vorhaben schweisst zusammen», meinte der 20-Jährige und fügte hinzu: «Ich laufe nicht regelmässig, betreibe aber andere Sportarten.» Dass er die 6,9 Kilometer bis Beinwil am See schaffen wird, stand für ihn ausser Frage.

Matthias Lüscher aus Bözen: «Ich laufe nicht regelmässig.»

Matthias Lüscher aus Bözen: «Ich laufe nicht regelmässig.»

Neomi, Natascha und Sarah aus Glarus nahmen ebenfalls am Teamwettbewerb teil und hatten eben ihre Laufstrecke hinter sich gebracht. «Das Tempo war allgemein sehr hoch und das Wetter überraschend warm», meinten sie, noch ein bisschen ausser Atem. «Es hatte viele Zuschauer auf der ganzen Strecke verteilt. Einige schwangen sogar Kuhglocken, das hat motiviert.»

In einem Team der Bezirksschule Aarau lief Eva Hess. Die 13-Jährige war zum ersten Mal beim Hallwilerseelauf am Start und die Strecke dem See entlang gefiel ihr sehr gut. «Es war schön, dass die Zuschauer geklatscht und ‹hopp› gerufen haben. Ich bin so schnell gelaufen, wie ich konnte, denn ich mag es nicht, wenn ich überholt werde.»

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