Es war eine lange Nacht für Armin Rauchenstein. Am Dienstagnachmittag begannen die Vorbereitungen für die grosse Verkehrumleitung am Knoten Neuhof. «Wir haben bis um fünf Uhr morgens markiert», sagt der Projektleiter der Baustelle rund um den A1-Zubringer in Lenzburg. Seit Mittwochmorgen ist sie nun gesperrt, die Hendschikerstrasse; und mit ihr die Neuhof-Kreuzung, die täglich von 25'000 Autos befahren wird. Damit der Tunnel, das Herzstück der Operation, gebaut werden kann, brauchen die Bauarbeiter jeden Meter Platz. Die Autos müssen den gesperrten Strassenabschnitt U-förmig umfahren.

Autofahrer suchen eigene Wege

Falls es Autofahrer gab, die vorgängig nichts von der Umleitung mitbekommen hatten, waren die Folgen der Umleitung unübersehbar. «Es war ein riesiges Chaos», sagte eine genervte Autofahrerin, die jeden Morgen auf ihrem Weg auf die Autobahn über die Neuhofkreuzung fährt. Um halb acht Uhr habe sich der Verkehr gestaut wie sonst zu absoluten Spitzenzeiten.

Ein anderer Autofahrer berichtet, dass er über eine Viertelstunde brauchte, um aus dem Bünztal auf die Autobahn zu fahren. Auf dieser Achse staut sich der Verkehr schnell. «Es war absehbar, dass es bei einer so grossen Umstellung zu Behinderungen kommt», sagt Armin Rauchenstein. Grundsätzlich sei aber bis jetzt alles gut verlaufen. Um 9 Uhr, nach der Hauptspitze, sei der Verkehr wieder störungsfrei geflossen.

Geplant ist, dass an allen vier Kreuzungen der Umleitung – Neuhof, Lindfeld, Gexi und Hornerfeld – provisorische Lichtsignalanlagen den Verkehr regeln werden. In der Anfangsphase werden jedoch Verkehrsdienste eingesetzt. Diese können besser auf Autofahrer reagieren, denen die Umstellung Mühe macht. «Es gab Fahrer, die mit der Umleitung überfordert waren und eigene Wege suchten», sagt Rauchenstein. Besonders im Bereich des Brauereiwegs sei es zu einigen Wendemanövern gekommen, weil Autofahrer unsicher oder verwirrt ob der neuen Bedingungen gewesen seien. «Es hat sich jedoch alles im Rahmen des zu Erwartenden abgespielt.» In den nächsten Tagen würden sich alle an die neue Situation gewöhnen.

Auch virtuell staut es

Auf morgen wird die Lichtsignalanlage bei der Neuhof-Kreuzung in Betrieb genommen, am Donnerstag folgen Ampeln bei den Kreuzungen Gexi und Hornerfeld. Bis diese justiert sind, wird weiterhin menschliche Verstärkung zur Verkehrsregelung zur Verfügung stehen. Die letzte Anlage beim Knoten Lindfeld folgt Mitte September, dort müssen noch grössere Arbeiten erledigt werden. Auf der Website der Baustelle können die Kreuzungen Neuhof, Gexi und Lindfeld auf Webcams beobachtet werden. Am Mittwochmorgen gab es zeitweise Schwierigkeiten, diese Seite zu laden. Auch auf den virtuellen Wegen schien grosses Verkehrsaufkommen zu herrschen.