Zum ersten Mal in Kostüm, Maske, Perücke spielen die Solistinnen, Solisten und der Chor der Theatergesellschaft Beinwil am See an diesem Abend. Die erste Durchlaufprobe steht an. Da erstaunt es nicht, dass im Theaterkeller und hinter der Bühne eine leichte Hektik aufkommt, fast ein bisschen Premierenstimmung.

Die Maskenbildnerinnen arbeiten an den Frisuren und Gesichtern der Spielenden. Ob Solist oder Chormitglied, im «Weissen Rössl» wechseln alle Mitwirkenden während des Stücks mehrmals ihr Kostüm. Das bedeutet, schön alles bereitlegen, Kleid und Requisiten, denn viel Zeit zum Umziehen bleibt jeweils nicht, wenn Dirigent Konrad Jenny den ersten Einsatz gegeben hat und die Musik die Handlung stetig vorwärtstreibt.

Nur die Beleuchter sitzen gelassen hinter ihren Steuerpulten und Bildschirmen. Die Lichtsituationen sind programmiert, die Scheinwerfer gerichtet. Nur wenn plötzlich doch noch ein «Lichtloch» auf der Bühne entdeckt wird, dann müssen die «Lichtmänner» nachregeln. Noch fehlt zum ganzen Ensemble das Orchester, die erste Durchlaufprobe wird von der Korrepetitorin Judit Polgar am Klavier begleitet.

«Wir sind auf Kurs»

Regisseurin Monika Wild verfolgt das Geschehen äusserst aufmerksam vom Saal aus. Ihr entgeht kein Detail, ja, stimmt einmal ein «Bild» auf der Bühne nicht mit ihren Vorstellungen überein, geschieht es, dass sie plötzlich auf der Bühne steht und mitten im Spiel einen Tisch und zwei Stühle 20 Zentimeter nach rechts schiebt. «Wir sind durchaus auf Kurs», sagt sie, «zehn Tage vor der Premiere geht es um den Ablauf des grossen Ganzen.»

Wurden in den letzten Wochen und Monaten einzelne Szenen und Auftritte geprobt, wurde der Chor ans Singen und Spielen auf der Bühne gewöhnt, sind es jetzt die Übergänge. Die zeitliche Koordination von Musik, Schauspiel und Licht.

Etwa bei einer neuen Szene: Licht an, Musik los, und das synchron, und dann noch der Auftritt der Solistin. Heraus aus der dunklen Gasse ins gleissende Licht der Bühne und auf den zweiten Schritt mit dem Lied einsetzen. Viele kleine Aktionen müssen wie Zahnräder ineinandergreifen. Vorgänge, die fein säuberlich im Regieprotokoll festgehalten sind.

Darum geht es jetzt, wenn die Operette als Ganzes durchgespielt wird. Orchester, Solisten, Chor und Technik sollen sich ineinander verzahnen und sicher werden. So sicher, dass jede Aufführung den aktiv Beteiligten gleich viel Lust und Freude bereitet wie den Zuschauern im Saal.

75 Prozent Auslastung nötig

Hansruedi Bürgi, Präsident der Theatergesellschaft, trägt die Verantwortung fürs Ganze. Auch für die Finanzen. Und er weiss, um finanziell über die Runden zu kommen, ist eine totale Auslastung der 24 Vorstellungen mit 75 Prozent nötig. «Nicht einfach», sagt Bürgi, «aber heute sind wir auf dem Niveau früherer Produktionen; es kommt gut.»

Die Premiere der Operette «Im weissen Rössl» ist am Samstag, 20. Januar. Danach finden bis Sonntag, 18. März, weitere 23 Vorstellungen statt. Entweder um 14.30 Uhr oder um 17.30 Uhr. Gespielt wird im Löwensaal in Beinwil. Tickets gibts unter www.theatergesellschaft.ch