Sie ist seit einem Vierteljahrhundert das Gesicht der Pro Senectute Bezirk Lenzburg: Jetzt geht die 64-jährige Heidi Schatzmann aus Lenzburg in Pension. Damit geht eine Ära zu Ende.

Brigitte Vogel, Bezirksvertreterin und Mitglied des Stiftungsrats Pro Senectute, sagt: «Heidi Schatzmann war immer präsent, sie hat die Pro Senectute verkörpert, sie ist schlicht und einfach eine Institution.» Mit Leib und Seele habe sie ihre Arbeit erledigt. «Sie ist unglaublich. Es ist bereits in ihrem Namen enthalten: Sie ist ein Schatz», schwärmt Brigitte Vogel.

Der Mensch steht im Zentrum

Heidi Schatzmann ist in Schöftland aufgewachsen. Nach einer Ausbildung als Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin in Zürich arbeitete sie im Tageszentrum in Gwatt am Thunersee. Später entschied sie sich, ein Theologiestudium in Bern zu absolvieren. Während des Studiums machte sie ein Vikariat im Pfarramt Untersiggenthal; anschliessend half sie im Pfarramt in Obersiggenthal. 1994 trat Heidi Schatzmann dann die Stelle als Stellenleiterin der Pro Senectute Bezirk Lenzburg an. «Es hat sich gezeigt, dass ich die richtige Wahl getroffen habe», sagt sie und lächelt. Sie arbeitet sehr gerne mit älteren Menschen. Wohl auch, weil sie selbst ihre Eltern relativ früh verloren hat: «Ich habe nicht erlebt, wie meine Eltern älter werden. Deshalb faszinierte mich die Altersthematik. Und mein Interesse wuchs mit meinen Aufgaben für die Pro Senectute weiter.»

25 Jahre war Heidi Schatzmann zuständig für die Leitung der Beratungsstelle Lenzburg, den Haushilfedienst, den Steuererklärungsdienst, den administrativen Dienst in Zusammenarbeit mit den Sozialarbeiterinnen und die gesamte Personalführung. 140 Mitarbeiter waren ihr unterstellt. «In den letzten Jahren sind besonders die administrativen Aufgaben gewachsen; man muss jeden Schritt belegen und ausweisen. Trotz dieser Entwicklung war es für mich immer wichtig, den Menschen ins Zentrum zu stellen», erklärt die 64-Jährige. So besuchte Schatzmann bei jedem neuen Haushilfediensteinsatz den Kunden persönlich und stellte auch später sicher, dass alles gut läuft. Auch an den Mittagstischen und in den Sportgruppen war sie immer wieder mal anzutreffen. Und natürlich pflegte sie den Kontakt zu ihren Mitarbeitern. «In diesem Job ist es wichtig, präsent zu sein und zu netzwerken», betont sie.

Eine neue Herausforderung

Mit Blick auf ihre Senioren und Seniorinnen sei eines offensichtlich, sagt die Lenzburgerin: «Ältere Menschen heute sind ganz anders als die älteren Menschen von früher – heute sind sie aktiver, fitter und aufgeklärter, aber auch anspruchsvoller.»

Ab dem 1. Juni wird sich nun Andrea Leone um die Seniorinnen und Senioren im Bezirk Lenzburg kümmern, mit ihnen am Mittagstisch sitzen, sich ihre Sorgen anhören oder einen Ausflug organisieren. Die 46-jährige Boswilerin begleitet Heidi Schatzmann seit Anfang Monat bei den täglichen Arbeiten.

Für Andrea Leone ist es ein Branchenwechsel: 30 Jahre hat sie für die Post als Filialleiterin gearbeitet. «Ich wollte eine neue Herausforderung annehmen und etwas ausserhalb der grossen gelben Welt machen», sagt sie. Momentan ist Andrea Leone dabei, alles aufzunehmen, zu sortieren und zu organisieren. Und sie möchte so schnell wie möglich ihre Mitarbeiter kennen lernen. «Ich möchte den Menschen zeigen, wer das neue Gesicht der Pro Senectute ist.» Ihr Ziel: Andrea Leone will mit derselben Power wie Heidi Schatzmann das Angebot der Pro Senectute an die Öffentlichkeit tragen.