Seengen
Es gibt noch Entwicklungspotential: «Seengen ist noch nicht fertig gebaut»

An den 2. Neujahrs-Gesprächen dominierten zwei Themen: die Entwicklung des Dorfes und die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden.

Pascal Meier
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Jörg Bruder (links) im Gespräch mit der Bevölkerung. Pascal Meier

Jörg Bruder (links) im Gespräch mit der Bevölkerung. Pascal Meier

Eine Bombe wie vor einem Jahr, als der Gemeinderat über die kantonalen Pläne zur Schliessung einer Bezirksschule im Seetal informiert hatte, platzte dieses Mal zwar nicht an den Neujahrsgesprächen in der Mehrzweckhalle Seengen. Dennoch liess sich der Gemeinderat gestern bei einigen spannenden Geschäften in die Karten blicken. Dies geschah in fünf lockeren Gesprächsrunden, in denen die einzelnen Gemeinderäte rotierend Platz nahmen.

Zusammenarbeit mit Nachbarn

So kam während rund zwei Stunden so manches zur Sprache, was den Seengern unter den Nägeln brennt: Bauboom und Verkehrsprobleme zum Beispiel, oder die Poststrasse und Musikschule. Viele Diskussionen um diese Themen mündeten schliesslich in einer Gemeinsamkeit: der Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden. So bekannte sich der neue Gemeindeammann Jörg Bruder (FDP) zu einem starken «Miteinander»: «Mir ist wichtig, dass über das eigene Dorf hinaus gedacht wird», sagte Bruder und verwies auf die beiden Abteilungen Steueramt und Finanzverwaltung, die zusammen mit Egliswil und Ammerswil geführt werden. Probleme wie der zunehmende Verkehr sind zudem laut Bruder nur regional lösbar.

Hoffnungen setzt der Gesamtgemeinderat dabei auch in den Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg-Seetal – auch wenn dieser seine Rolle noch finden müsse und diverse Aufgaben noch genauer definiert werden müssten, wie mehrere Gemeinderatsmitglieder in den Gesprächen durchblicken liessen.

Grosse Herausforderungen

Viele Gespräche drehten sich auch um die Entwicklung des Dorfes. Denn wie in Meisterschwanden wirkt die starke Finanzkraft und solide Infrastruktur in Seengen als Magnet für Neuzuzüger, während Nachbargemeinden wie Egliswil und Hallwil stagnieren und sich zur Decke strecken müssen. Das Wachstum dürfte anhalten: «Seengen ist noch nicht gebaut», gab Jörg Bruder zu bedenken, und verwies auf diverse Bauvorhaben. «Damit müssen wir uns auseinandersetzen – und zwar mit einem grösseren Horizont als vier Jahren.»

Am Schluss klirrten beim Apéro die Gläser, dies mit dem guten Gefühl: Seengen geht es bestens – und «doch stehen Herausforderungen an, damit es so bleibt», wie Jörg Bruder sagte. Wie und wann diese angepackt werden sollen, will der neu zusammengesetzte Gemeinderat im März an seiner Klausur festlegen.