Meisterschwanden
Erstes Aargauer Seewasserwerk ist beantragt

In Meisterschwanden geht es an der Gemeindeversammlung neben dem Seewasserwerk auch um die Grösse der Schulpflege.

Urs Helbling
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Vor dem Strandbad Seerose soll dem See Trinkwasser entnommen werden.

Vor dem Strandbad Seerose soll dem See Trinkwasser entnommen werden.

Michael Küng

Im Aargau wurde noch nie ein Seewasserwerk errichtet. Und es wird wohl auf ewige Zeiten nur ein einziges geben. Dieses dürfte in Meisterschwanden zu stehen kommen. Dessen Bürger entscheiden an der Gemeindeversammlung vom 28. Juni über einen Projektierungskredit von 250'000 Franken. Wie die AZ am 26. 4. berichtete, soll dem Hallwilersee beim Strandbad Seerose Wasser entnommen werden.

Das Wasser würde etwa 200 bis 300 Meter vom Ufer entfernt gefasst. In einer Tiefe von 25 bis 30 Metern. Es würde über einen Saugkorb (3 bis 4 Meter über dem Seeboden) angesaugt und durch eine Rohwasserleitung (Kunststoffohr, ist mittels Betonblöcken auf dem Seeboden fixiert) an den Strand geführt. Im Bereich der Wiese gäbe es eine unterirdische Pumpstation, die das Wasser über eine 700 Meter lange Leitung zur Aufbereitungsanlage pumpen würde.

Diese käme in den Bereich der Sportanlagen (neben der Kantonsstrasse) zu stehen. Das Seewasserwerk dürfte gemäss einer ersten Berechnung 4,6 Millionen Franken (plus/minus 20 Prozent) kosten, wenn es für die Meisterschwander Bedürfnisse ausgerüstet, gleichzeitig aber auch die baulichen Voraussetzungen für eine spätere Expansion aber geschaffen würden.

Zweitwichtigstes Geschäft an der Gemeindeversammlung ist die definitive Behandlung eines Antrags zur Aufstockung der Schulpflege von drei auf fünf Mitglieder. Sowohl der Gemeinderat als auch die Schulpflege sprechen sich dagegen aus. Meisterschwanden hat seit 2010 nur noch drei Schulpfleger. Die damalige Reduktion wurde unter anderem mit der Einführung von Schulleitungen begründet. Zwischenzeitlich wurde die Schulpflege weiter entlastet: Sie ist nicht mehr Strafbehörde für Unmündige und es gibt neu die Schulsozialarbeit.

Die Wahl der neuen Meisterschwander Schulpflege war im letzten Herbst höchst umstritten: fünf Kandidaten für drei Sitze. Michelle Rütti (SVP) kandidierte sowohl für den Gemeinderat als auch für die Schulpflege, wurde aber weder noch gewählt.

An der Gemeindeversammlung geht es auch noch um zwei Kreditabrechnungen. Bemerkenswert ist die Unterschreitung bei einem Wasserleitungsprojekt um eine Million Franken (2,3 statt 3,3 Mio. Franken).

Keinen grösseren Diskussionsstoff dürfte auch die Rechnung liefern: Sie schloss mit einem Defizit von 188'098 Franken ab (budgetiert war eine schwarze Null). Hellhörig macht einzig der Ertrag aus Einkommens- und Vermögenssteuern im Steuerparadies Meisterschwanden (Steuerfuss 65 %). Er lag fast eine Million Franken unter dem Budget. Eingebrochen sind auch die Grundstückgewinnsteuern (61 Prozent unter Budget). (uhg)