Lenzburg
Erste Kontakte knüpfen für eine erfolgreiche Berufswahl

ine neuartige Aktion des Gewerbevereins soll Schülern bei der Berufswahl helfen. Am 11. September ist für die dritte Oberstufe Schnuppertag .

Fritz Thut
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Organisatoren und Schüler der Lenzburger Schnuppertags-Aktion.

Organisatoren und Schüler der Lenzburger Schnuppertags-Aktion.

Fritz Thut

«Wir wollen Türen öffnen.» Dies ist der Kernsatz von Markus Jägle, Verstandsmitglied des Gewerbevereins Lenzburg und Umgebung, zur Aktion «Schüler sucht Beruf – Firma sucht Lehrling», die erstmals durchgeführt wird.

Hintergrund und Auslöser sind offensichtlich: Die Kanti-Quote steigt und steigt und auf der andern Seite haben Gewerbe, Handwerk und Produktionsfirmen immer mehr Mühe, genügend geeignete Lehrlinge zu finden. Mit der Organisation eines flächendeckenden und branchenübergreifenden Schnuppertages will der Gewerbeverein Lenzburg Schüler und Lehrmeister früh aufeinander aufmerksam machen.

Information ist wichtig

«Wir wollen die wirklich Interessierten», vertrat Gewerbevereinspräsident Erich Renfer bei der Präsentation den Ansatz der Anbieter von Ausbildungsplätzen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist wichtig, dass die Lehrer die Schüler der dritten Oberstufe in den nächsten Tagen über die möglichen Berufe, aber auch über die Anforderungen informieren. Damit dies geschieht, wurde die Regionalschule Lenzburg in die Aktion einbezogen.

Lehrer Marcel Mattenberger ist ein solches «Scharnier». Er hat selbst erfahren, wie anspruchsvoll die Vorbereitung der Jugendlichen ist: «Ich habe meine neue Klasse erst seit eineinhalb Wochen.» Aus diesem Grund sei der vom Gewerbeverein für die Premiere gewählte Termin für den Schnuppertag am 11. September der «frühest mögliche Zeitpunkt».

Ohne ausführliche Bewerbung sollen die Schüler an diesem Datum detaillierten Einblick in einen von ihnen gewählten Beruf erhalten. Bei seinen Mitgliedern hat der Gewerbeverein Lenzburg fast 120 Schnupperplätze in rund 50 Berufsfeldern bereitgestellt.

Nun können die etwa 150 Jugendlichen, die in Bez, Sek oder Real die dritte (also zweitletzte) Klasse besuchen, ihre Wünsche anmelden. Die Verantwortlichen hoffen, dass auch das Elternhaus früh einbezogen wird.

Fünf Schüler aus Mattenbergers Klasse haben bei der Präsentation Wunschberufe wie etwa Laborant oder Floristin geäussert, die auf der Liste fehlen. «Kein Problem, wir machen uns auf die Suche nach Schnuppermöglichkeiten», zeigten die Gewerbler Flexibilität und damit, wie wichtig ihnen die ganze Aktion ist.

«Wir sind uns bewusst: Dieses Pilotprojekt ist ausbaufähig», hält Vorstandsmitglied Christian Ryser fest, wohl wissend, dass die Lenzburger Aktion von Nachbarn und vom Aargauer Gewerbeverband beobachtet wird.