Seit das neue kantonale Kinderbetreuungsgesetz in Kraft getreten ist, müssen Eltern im Aargau vielerorts tiefer in die Taschen greifen. Bekannt sind etwa Beispiele vom Preisanstieg bei Mittagstischen. So aus Lenzburg, wo das Mittagessen samt der Betreuung neu 22 statt 16 Franken kostet. Der Preisanstieg um 38 Prozent hatte zur Folge, dass weniger Kinder den Mittagstisch in Anspruch nehmen.

Darum wurden die Politiker aktiv: Die CVP fordert mittels einer Motion die Einführung eines «Mittagstisch-Fünflibers». Sollte sie damit durchkommen, würde eine neue, systemfremde Subvention geschaffen. Denn laut KiBeG sollen nicht Angebote subventioniert, sondern Eltern gemäss ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit unterstützt werden.

Schafisheim macht jetzt das, was in Lenzburg die CVP vorschlägt. Die Gemeinde subventioniert den Mittagstisch ab sofort mit 7 Franken. Das heisst, der Mittagstisch kostet pro Kind und Essen neu nur noch 8 Franken. Er sei damit noch günstiger, als es in vielen umliegenden Tagesstrukturen der Fall sei, schreibt der Gemeinderat Schafisheim.

Mit den 8 Franken ist der Mittagstisch wieder so günstig, wie er vor der Umsetzung des KiBeG war. Damals übernahmen die Gemeinde respektive die Steuerzahler sämtliche Fixkosten wie Löhne, Miete, die Versicherungen, Sozialleistungen etc. der Anbieter des Mittagstischs. Dann fiel diese Unterstützung weg, was zur Erhöhung von 8 auf 15 Franken (plus 97 Prozent) führte.

Vor allem kleine Gemeinden haben das Problem, dass ihre Mittagstische nicht genügend nachgefragt werden und sie die kritische Masse nicht erreichen. Davon ist in der Schofiser Medienmitteilung nicht die Rede. Aber von «immer grösserer Beliebtheit» des Angebots und vom Willen, «das Angebot weiter zu verbessern». (uhg)