Seengen

Eröffnung des interkantonalen Drachentals lockte Fans in Scharen an

Gestern Sonntag am Hallwilersee: Der Andrang zum Drachenforschungsschiff «Brestenberg» war gross.

Gestern Sonntag am Hallwilersee: Der Andrang zum Drachenforschungsschiff «Brestenberg» war gross.

Zur Eröffnung des Drachentals besuchten Dutzende von Familien das Schloss Hallwyl und nahmen am vielfältigen Programm rund ums Thema Drachen teil.

Drachenland Seetal? Die  lockte bei Drachenwetter die Wirtschaftsminister des Aargaus und des Kantons Luzern, Urs Hofmann und Robert Küng, aufs Schloss Hallwyl. «Das sagenhafte Wesen verbindet den Pilatus (Drachensage) mit Lenzburg (Drache Fauchi)», sagte René Bossard von Seetal Tourismus. Oder Wildegg mit Eschenbach.

Das Thema, diversen Workshops und keinem Drachenei entschlüpft, spricht Kinder wie Erwachsene an. Letzteres hat Dan Wiener, Autor der «Seetaler Drachensaga», bei seinen Recherchen erfahren. Immerhin habe er für Gesprächsstoff gesorgt, als er Leute, denen er im Feld begegnete, von seiner drakologischen Forschung berichtet habe.

Schall und Rauch

Im Schlosshof ist der Drache los: Drachensirup, Drachenkonfi, Drachenbier, Drachenherzwein. Und zum Essen Smokeburger und Drachenwurst. Die Enthüllung eines Drachenmonuments entpuppt sich trotz Drachenfanfare als Schall und Rauch: keine Skulptur, bloss eine Rauchpetarde. «Um Drachen zu sehen, braucht man eben die speziellen Drachenforscherinstrumente wie das Drakoskop», erklärt Dan Wiener augenzwinkernd.

Das einzige wirksame Drakoskop? Fantasie. Natürlich steckt Handfestes hinter dem Projekt. «Noch nie haben wir eine Geschichte über ein so grosses Gebiet gelegt», sagt Projektleiter Rafael Enzler. Und damit die Kantonsgrenzen, an die Drachen sich eh nicht zu halten pflegen, aufgehoben.

Mit dem Startschuss freilich ist es nicht getan: Das Feuer muss am Brennen erhalten bleiben. Auf dass die Wohnbevölkerung etwas davon habe, aber auch jene, die vom Tourismus leben. Ganz im Sinne der beiden Regierungsräte. «Knochenarbeit», sagt Robert Küng. Das Projekt habe aber «die Chance, zum Dauerbrenner werden zu können», meint Urs Hofmann.

Im Podiumsgespräch – die Schlossscheune war voll – touchiert die Fantasie die Realität. Dass im Luzerner Teil des Hallwilersees, in Aesch, ein Wanderweg direkt am See (noch) fehlt, kann den Aargauern nicht gefallen. Robert Küng verwies auf rechtliche Probleme, die angegangen würden. Der Aescher Gemeindepräsident Christian Budmiger möchte diesen Weg am See auch; der Luzerner Regierungsrat hats wohl verstanden.

Drachenforschungsschiff

Auf dem Drachenforschungsschiff «Brestenberg» konnte man sich in die Stammbäume der Seetaler Drachen vertiefen. Man erfuhr, mit welchen Ingredienzien das Pausenbrot der Drachen hergestellt wird. Bewundern konnte man auch den Drakomaten, eine Futterkrippe zum Anlocken gefrässiger Drachen.

In der Schlossscheune bastelten Kinder Drachen, und Andrey Fedorchenko, der feinsinnige Illustrator der Seetaler Drachensaga, bringt Kindern die Land-, Luft-, Wasser- und Feuerdrachen näher.

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