Die Stadt Lenzburg zementiert ihren Ruf als «geheime Kulturhauptstadt» des Kantons: «Ich weiss, was der Aargau mit Lenzburg hat, wenn es um kulturhistorische Belange geht», lobte Regierungsrat Alex Hürzeler am Wochenende. Das Kompliment aus dem Munde des Kulturministers bei der Feier zur Wiedereröffnung des Museums Burghalde wird den Lenzburgern gefallen.

Tatsächlich machen in Lenzburg im Jahr des Weltkulturerbes in kurzer Zeit gleich zwei Kulturhäuser von sich reden: In einem Monat eröffnet das Stapferhaus seine erste Ausstellung «Fake» am neuen Standort im Neubau vis-à-vis des Bahnhofs Lenzburg. Bereits am Wochenende hat das Museum Burghalde gefeiert. Am Freitagabend mit geladenen Gästen und am Samstag mit einem vielfältigen Programm unter dem Motto «Ganztags zu geniessen».

In den vergangenen anderthalb Jahren war das Museum der Ortsbürgergemeinde für einen grösseren Millionenbetrag saniert, modernisiert und heutigen Bedürfnissen an einen musealen Betrieb angepasst worden. «Es ist ein Bijou, das seinesgleichen sucht», sagte Hürzeler, nachdem er mit Museumsleiterin Christine von Arx das Haus und die neu gestaltete Ausstellung besichtigt hatte.

Impressionen des sanierten und modernisierten Museums Burghalde:

Eine interaktive Erlebniswelt

Tatsächlich hat sich das Museum zu einer interaktiven Erlebniswelt gewandelt, die einlädt zum Schauen, Staunen und Anfassen. «Es gibt kaum eine Stadt in dieser Grössenordnung, die ein derartiges Museum ihr Eigen nennen darf», hielt Hürzeler fest. «Sie haben eine moderne Ausstellung geschaffen, die über die Region hinaus Besucher anlocken wird. Hoffentlich auch Fricktaler», meinte der Regierungsrat, der selber aus dem Fricktal stammt, mit einem Augenzwinkern.

Sichtlich zufrieden zeigte sich auch Stadtammann Daniel Mosimann, der zugleich die Baukommission der Museumssanierung präsidiert hatte. «Ich bin stolz, dass wir hier ein solch grandioses Museum haben. Hier werden Zeugnisse unserer Geschichte über alle Sinne erlebbar gemacht und moderne interaktive Lösungen eingesetzt.» Ermöglicht habe dies ein grosszügiger Baukredit der Ortsbürgergemeinde (siehe Text unten), ein grosser Beitrag aus dem Swisslosfonds und namhafte Zustupfe von Donatoren.

Für Architekt Benedikt Graf gehört das Museum zu einer Reihe weiterer Bauprojekte (Schulbauten Angelrain und Lenzhard sowie Überbauung Sandweg/Eisengasse in der Altstadt), die sein Büro Graf, Stampfli, Jenni Architekten AG, Solothurn, in den letzten Jahren in Lenzburg realisiert hat.

Zu den treibenden Kräften hinter dem Projekt gehört zweifellos Urs F. Meier, Präsident der Stiftung Museum Burghalde. Er hat sich tatkräftig für die Modernisierung des Museums eingesetzt. «Freiwilligkeit, Interesse an der Historie und die Liebe zum Städtli hatten bei den Hütern des Museums oberste Prämisse.» Das war bei seinen Vorgängern so und ist auch bei ihm nicht anders. Museumsleiterin Christine von Arx ist froh, zum Kerngeschäft zurückzukehren. «Ich freue mich, den Museumsbetrieb wieder aufzunehmen, Kontakt zu den Besuchern zu haben, neue Projekte zu realisieren.»