Lenzburg

«Erlengut»: SP rügt Stadtrat wegen Haus-Abriss an der Poststrasse

Gegen die Pläne, das der Einwohnergemeinde gehörende sanierungsbedürftige Haus abzureissen und mit der Fläche den angrenzenden Kiesparkplatz «Erlengut» zu vergrössern, hat die SP beim Stadtrat mit einer Anfrage protestiert.

Gegen die Pläne, das der Einwohnergemeinde gehörende sanierungsbedürftige Haus abzureissen und mit der Fläche den angrenzenden Kiesparkplatz «Erlengut» zu vergrössern, hat die SP beim Stadtrat mit einer Anfrage protestiert.

Die Liegenschaft Nummer 15 an der Poststrasse hat unrühmliche Bekanntheit erlangt. Gegen die Pläne, das der Einwohnergemeinde gehörende sanierungsbedürftige Haus abzureissen und mit der Fläche den angrenzenden Kiesparkplatz «Erlengut» zu vergrössern, hat die SP beim Stadtrat mit einer Anfrage protestiert. Vor allem deshalb, weil mit dem Abriss der Liegenschaft in Lenzburg Wohnraum für einkommensschwache Personen verschwindet.

In seiner Antwort machte der Stadtrat seine Absichten mit dem Haus publik: Die Liegenschaft Poststrasse 15 beim «Erlengut» sei aus strategischen Gründen gekauft worden. Geplant ist, «den Wert der Liegenschaft als Anteil der Stadt an der Überbauung in Altstadtnähe einzuwerfen». Der «Erlengut»-Eigentümer plane «in absehbarer Zeit eine Arealüberbauung».

Mit andern Worten: Es war nie die Absicht, an der Poststrasse preiswerten Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Nach Ansicht des Stadtrats gibt es in Lenzburg keinen Mangel an Wohnräumen im Tiefpreissegment. Aufgrund des aktuellen Wohnungsmarkts habe die Sozialkommission die Mietzinsrichtlinien kürzlich sogar senken können. Laut Angaben des Stadtrats besitzt Lenzburg nebst der Poststrasse zwei weitere vergleichbare Liegenschaften mit insgesamt 14 Wohnungen, die in einem günstigen Mietzinssegment liegen (3- bis 5-Zimmerwohnungen für 580 bis 1350 Franken). Weitere sieben Wohnungen sind gemietet, sie sind von Asylsuchenden bewohnt. Als Genossenschafterin der Wohnbaugenossenschaft Lenzburg unterstütze die Stadt preiswertes Wohnen in Lenzburg, heisst es weiter.

Die geplanten Parkplätze, so der Stadtrat, entsprechen ebenfalls einem Bedürfnis. Bei der SP ärgert man sich über diese Antwort. Einwohnerrat Martin Killias sagt dazu: «Ginge es um einen privaten Investor, der billige Wohnungen für Parkplätze opfert, würden alle sagen, das sei sozial unverantwortlich und zynisch. Dem Stadtrat sollte das Schicksal der schwächsten Gemeindemitglieder nicht gleichgültig sein.» (str)

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