Lenzburg

Erhaltenswerte Bäume sind oft charakteristische Merkmale eines Quartiers

Andres Schmocker und Monica Locher

Andres Schmocker und Monica Locher

Andres Schmocker und Monica Locher wollen verhindern, dass schützenswerte Bäume in der Stadt gefällt werden. Ihre Aufklärungsarbeit stösst in der Bevölkerung auf grosses Interesse.

Der Rosengarten war einst Friedhof, später Park und dann Turnplatz. Auf dem Gelände steht eine mächtige Eiche. Seit rund 150 Jahre schon. Sie hat all die im Laufe der Jahre vorgenommenen Umnutzungen des Platzes unbeschadet überlebt.

«Bäume wie diese müssen erhalten werden», sagt Andres Schmocker vom Gartenbauverein Lenzburg und Umgebung. Alte Bäume stehen laut Schmocker nicht nur im öffentlichen Bereich, auch in privaten Gärten und Parkanlagen finden sich erhaltenswerte Hölzer. «Die alten Baumbestände sind oftmals charakteristische Merkmale eines Quartierbildes. Es ist schade, wenn sie aus einer Willkür heraus gefällt oder einem Neubau geopfert werden.»

Den einfachsten Weg, zum Ziel zu kommen, sieht der Spezialist in der Aufklärungsarbeit: «Wir müssen die Bevölkerung sensibilisieren, am einfachsten ist es, wenn wir ihr die schützenswerten Objekte zeigen», ist Schmocker überzeugt. Gemeinsam mit Monica Locher vom Natur- und Vogelschutzverein hat er das Projekt «Baumtrilogie» erarbeitet. Locher und Schmocker haben mit diesem Thema offensichtlich einen wichtigen Lebensnerv der Gesellschaft getroffen.

Die bisherigen Veranstaltungen sind auf ein riesiges Interesse gestossen. Auch am Sonntag sind gegen einhundert Personen schon früh am Morgen aus den Federn geschlüpft, um auf einem Spaziergang durch Lenzburg den schützenswerten Baumbestand vom Schulhaus Angelrain bis aufs Schloss kennenzulernen. Dabei erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes zu den einzelnen Baumarten, deren Pflege und Verwendung des Holzes.

Ausstellung zu Holzprodukten

Eichen beispielsweise sind langsam wachsende Bäume, ihr Holz ist entsprechend teuer. Eichen werden beim Hoch- und Tiefbau verwendet und ebenso für den Innenausbau wie Treppen, Parkettböden und Fenstersimse. Die Eiche gilt zudem als Fruchtbaum. Bevor in den hiesigen Breitengraden Kartoffeln angepflanzt wurden, wurden die Schweine mehrere Monate in Eichwäldern belassen. Daher rührt das Sprichwort: Unter den Eichen wachsen die besten Schinken.

Das neue Projekt von «Baumtrilogie» knüpft an den Stadtspaziergang an, setzt sich jedoch mit einer andern Darstellung der Bäume auseinander. Die Galerie Müllerhaus zeigt Fotos der Hölzer, die an der Exkursion am Sonntag vorgestellt wurden. Fotokünstler Roger Egloff hat die Bäume während eines Jahres fotografiert. Monica Locher freut sich: «Roger Egloff hat das Thema mit viel Feingefühl, poetisch, aber auch kritisch umgesetzt.»

Korrespondierend zu den gezeigten Holzarten stellt Holzkünstler Angelo De Moliner gedrechselte Kunstobjekte aus. Ausstellungsbesucher erfahren zudem mehr über Baumkrankheiten und Produkte, die aus den Früchten hergestellt werden.

Ausstellung Baumporträts der andern Art, vom 19. bis 28. September in der Galerie Müllerhaus, Lenzburg

Meistgesehen

Artboard 1