«Wenn Pferd und Reiter den Parcours absolviert haben, muss man ihnen die Freude über das Erlebte ansehen», sagt Daniel Zimmerli. Der 45-jährige Seoner ist am Concours in Wohlen (siehe Text unten) für den Parcours-Bau verantwortlich.

Zusammen mit dem Tägliger Roland Moos achtet er darauf, dass Pferde und Reiter an den Prüfungen gefordert, aber nicht überfordert sind: «Ein Kurs muss selektionieren, er muss die Spreu vom Weizen trennen, aber er muss auch fair und sportlich aufgebaut sein», sagt der lizenzierte Springreiter und lizenzierte Parcoursbauer.

Pferd muss Rhythmus finden

Dazu, sagt Zimmerli weiter, müssten vor allem die Distanzen zwischen den Hindernissen stimmen. So könne das Pferd einen guten Rhythmus finden, die Abläufe würden rund, und Pferd und Reiter sei es wohl. Sein Bestreben sei es auch, keine «unsauberen» Hindernisse zu bauen: «Man muss sie korrekt und der jeweiligen Kategorie angemessen aufstellen. Weniger erfahrene Pferde können sich schon an kleinen Details stören und deshalb nicht sauber springen oder den Sprung sogar verweigern. Das muss man wissen und den Parcours entsprechend planen», sagt er.

Letztlich, erklärt der Parcoursbauer, gehe es um die Sicherheit: «Wenn die Hindernisse fair gebaut sind und das dabei verwendete Material in Ordnung ist, kann auch die Verletzungsgefahr für das Pferd minimiert werden. Es soll sich – beispielsweise – nicht an Splittern, die aus Balken ragen, ein Bein abschürfen können.» Wichtig sei es auch, die vorgeschriebenen Sicherheitselemente einzubauen: «Beim Oxer, einem Hindernis, das vom Pferd nicht nur nach oben, sondern auch nach vorne gesprungen wird, müssen die Stangen bei Bedarf nachgeben, um Stürze zu vermeiden. Dazu verwendet man sogenannte Sicherheitslöffel. Ich achte stets darauf, dass sie korrekt montiert sind.»

Der Parcoursbau sei vor allem eine Erfahrungssache: «Es gibt Reglemente, die vorschreiben, wie viele Kombinationen, bei welcher Art von Springen nötig sind, wie hoch die Hindernisse sein dürfen und so weiter. Das Wichtigste ist jedoch, dass ein Parcoursbauer die Reaktionen von Pferd und Reiter bei einem Hindernis abschätzen kann. Deshalb ist es wichtig, dass er selber auch reitet und weiss, um was es geht.»

Auch am CSI Basel und Zürich

Daniel Zimmerli hat dieses Jahr auch den Parcoursbauern an den grossen CSI in Basel und Zürich assistiert. In der Region gilt er als Kapazität und entsprechend ist er gefragt. Der Parcoursbau soll für ihn jedoch auch weiterhin ein Hobby bleiben: «So bleiben Leidenschaft und Ideen», sagt er. Sein Hobby sei allerdings recht zeitintensiv: «An einer Veranstaltung ist der Parcoursbauer am Morgen der Erste und am Abend der Letzte. Zudem beginnen die Vorbereitungen sehr früh, in Wohlen beispielsweise war ich schon bei der Programmgestaltung involviert und konnte meine Ideen einbringen.»

Wichtig, sagt Zimmerli, sei jeweils auch das Helferteam: «Bei den engen Zeitrahmen an den Concours, muss einfach alles reibungslos klappen, ich muss mich auf die Helfer absolut verlassen können.»