Jetzt hat er noch einen Job mehr, ist aber zuversichtlich, dass alles unter seinem Hut Platz hat. SVP-Grossrat Pascal Furer ist nach kleinen Anfängen in Staufen definitiv zum Winzer aufgestiegen.


«Meine Frau kann jetzt stärker mitwirken», betont er, weil die Kinder Julia und Severin schon 12 und 14 Jahre alt sind. Mit Reben und Wein ist Barbara Furer-Hartmann aufgewachsen, ihre Eltern führten in Schinznach-Dorf über 20 Jahre lang den Betrieb Elisabeth und Emil Hartmann, stets darauf bedacht, höchste Qualität zu erreichen. Per Anfang Jahr ging das Weingut an Pascal und Barbara über, die es in die traditionelle Firma Mosti Furer integriert haben. Mit dem Slogan «Predigt Wein, trinkt Wein», bewarb sich der SVP-Mann bei den jüngsten Nationalratswahlen. Für die Lagerung des neuen Weines baut seine Mosti in Staufen derzeit im Gässli 4 einen Tank- und Flaschenkeller.


Politiker und Rebbauer

In der Politik und privat ist der schlagfertige Macher Pascal Furer nie um eine rasche Antwort verlegen, den Parlamentsbetrieb in Aarau kennt er auswendig. Mit 30 Jahren zog der heute 45-Jährige in den Grossen Rat ein.
Der Parteisekretär der SVP Aargau weiss auch um die Sorgen der Weinbauern, denn er ist Geschäftsführer des Branchenverbandes Aargauer Wein. Zu den 10 Aren Reben am Staufberg Südhang sind jetzt 70 Aren in Schinznach-Dorf dazu gekommen. Wie das machbar ist, wurde in den letzten zwei Jahren getestet – und die Väter Emil Hartmann und Erich Furer werden weiterhin mit Rat und Tat mithelfen.

Selbstverständlich ist der Zusatzjob nicht, denn Pascal Furer wirkt unter anderem auch als Gemeinderat in Staufen, Präsident des Aargauer Verbandes für Landtechnik und Vizepräsident des Verbandes der Aargauer Obstveredler.


Diamant und Saphir abgefüllt

Obwohl die Etiketten-Maschine 1500 Flaschen in der Stunde ausspuckt, füllen Emil Hartmann und Pascal Furer dieser Tage die Flaschen mit Freude und Spass, aber sehr effizient, in die Kartons ab. Schon die nur leicht veränderten Etiketten verraten die Fortsetzung der Tradition: Der Saphir ist ein frischer Weisswein, der Diamant strahlt für eine Kombination von Spätlese und Strohwein. Der minimale Einsatz von Hilfsstoffen dank verschiedenen pilzwiderstandsfähigen Traubensorten gehören zu den Leitsätzen dieser Rebbauern. Der Rubin ist eine Assemblage aus den Trauben Blauburgunder und Maréchal Foch, der Rubin Royal zusätzlich im Eichenfass ausgereift. Die Sorte Léon Millot wird im kleinen Eichenfass ausgebaut.


Zwei Drittel weisse Trauben

Die Vermarktung dieser speziellen Weine erfolgt in der Region, künftig natürlich durch die Mosti Furer noch verstärkt im Raum Staufen und Lenzburg. Auf rund zwei Dritteln der Rebfläche wachsen in Schinznach-Dorf Riesling-Sylvaner, auf einem Drittel die roten Sorten.
Nur wer keine Ahnung von gutem Essig habe, stelle mitunter die Frage, wie denn Essig und Wein in der gleichen Firma zusammenpassten, meint Pascal Furer.

Höchste Qualität sei bei beiden Produkten die Grundlage zum Erfolg. Entscheidend sei, dass die Produkte separat in die Flaschen gefüllt werden, was er konsequent mache, wie er augenzwinkernd meint.

Übrigens: Die traditionellen Degustationen in Hartmanns Reblaube in Schinznach-Dorf finden wie bisher statt, dieses Jahr am 28. Mai und am 12. November.