Lenzburg

«Er ist Hammer»: Der Burger vom Hammerpark ist ein echter Geheimtipp

Im Schutz der übermächtigen Autobahnbrücke liegt das Bistro der Freizeitanlage «Hammerpark». Im Frühling wurde es eröffnet und ist bereits zu einem Geheimtipp geworden. Verantwortlich dafür sind Pächter Josip Majic und seine Mutter Marta.

Nach Burger und Pommes. Genau so muss es riechen, wenn man ein Lokal seinesgleichen besucht. Das Bistro «Hammerpark» enttäuscht nicht. Im Gegenteil: Die Einrichtung ist einfach, das Ambiente freundlich, der grosse Weihnachtsbaum in der Ecke verrät die Jahreszeit. In der kleinen Küche hinter der Theke, abgetrennt durch eine grosse Glaswand, arbeitet der Chef. Der junge Mann ist der Chef? Kaum zu glauben. Tatsächlich zählt der gelernte Koch Josip Majic erst 20 Lenze. Und doch hantiert er bereits mit den eigenen Pfannen in der eigenen Küche.

Seit April dieses Jahres ist Majic Pächter des Bistros auf der neuen Freizeitanlage «Hammerpark». Geplant hatte die Stadt Lenzburg ursprünglich einen Kiosk. Dafür stellte sie einen einfachen Baucontainer zur Verfügung, den sie am Rand der Anlage unter der Autobahnbrücke platzierte. Was schlussendlich daraus geworden ist, ist der Verdienst der Familie Majic. Gemeinsam mit seiner Mutter Marta schmeisst Josip Majic seit dem Frühling den Laden.

«Ich hatte keine Ahnung vom Business», sagt er leicht verlegen. Das Einzige was er wirklich verstanden habe, war das Kochen. Das Rüstzeug dafür hatte er sich im Hotel Aarau West in Oberentfelden geholt. Das, so fand sein Vater, genüge für die Pacht des kleinen Bistros.

Auf der Suche nach einer Betreiberfamilie hatten die Lenzburger Behörden nämlich beim Vater angeklopft. Dieser betreibt in der Nähe einen Pizza-Take away. So wurde Sohn Josip selbstständig. Und mit der Selbstständigkeit erwachte der Ehrgeiz des jungen Mannes: Kurz nacheinander machte er das Wirtepatent und absolvierte den Lehrmeisterkurs. Nun steht seit August bereits der erste Stift mit in der kleinen Küche.

Doch zurück zum Hamburger. Dieser steht mittlerweile auf dem Tisch. Ein Mordsding. Fast so gross wie der Teller selber. Wie soll man den bloss in die Hände nehmen und wie anständig zum Mund führen? Nach einer Anleitung sucht man vergebens. Es bleibt nur eines – mutig zupacken. Der Burger hält tatsächlich, was er verspricht: «Er ist Hammer, dieser Hammerpark-Burger.» Mehr hat az-Praktikantin Isabelle Schwab dazu nicht zu sagen. Sie ist mit Essen beschäftigt. Mutter und Sohn Majic schmunzeln. Der Burger, in knuspriges Pita-Brot gepackt und mit allerlei Köstlichkeiten veredelt, ist tatsächlich der Renner des Hauses. «Allein an den ersten beiden Eröffnungstagen haben wir ihn über 600 Mal verkauft.»

Sieben Tage in der Woche, jeweils von 10 bis 23 Uhr ist das Bistro geöffnet. Bis zu 50 Personen können bedient werden, die Terrasse bietet Platz für weitere 90 Gäste. Im Auftrag der Stadt Lenzburg nehmen Majics gewisse Aufsichtsfunktionen über die Freizeitanlage wahr. Sie sind erste Anlaufstelle bei Vorkommnissen und sie schreiten ein, wenn die Anlage-Benutzer zu übermütig werden. Glücklicherweise haben sich diese Einsätze bisher im Rahmen gehalten.

Mit dem kälteren Klima bleiben die Skater, Biker und Boulderer je länger je mehr weg. Doch das damit einhergehende Loch in der Bistro-Kasse ist bisher ausgeblieben. Die Befürchtungen von Mutter und Sohn Josip Majic waren vergebens. «Wir konnten die Erträge dank Catering-Aufträgen und geschlossenen Gesellschaften wie Vereinsanlässe und Weihnachtsfeiern kompensieren.»

Zu den Mittagsstunden ist das Bistro mit Angestellten aus Firmen im Quartier gut besucht. Nachbar Thomas Georg und seine Kletterhalle nehmen das kulinarische Angebot ebenfalls gerne in Anspruch.

Zum Schluss verrät Josip Majic, dass sein Stift derzeit am Lehrlingswettbewerb von Gastro Aargau teilnimmt. Die Aufgabe: Die Kreation einer Dessertplatte. Majic selber hat im vergangenen Jahr bei dieser Veranstaltung die Silbermedaille gewonnen. Und er verspricht, dass die Speisekarte schon bald um «Hammer»-Desserts bereichert wird. Man wird ihn beim Wort nehmen.

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