Vor über 250 Jahren begannen die Menschen im Raum Niederlenz damit, die Wasserkraft aus dem Aabach in grossem Masse zu nutzen und läuteten damit das Zeitalter der Industrialisierung in der Region ein. Gestern Vormittag führten Kurt Badertscher und Martin Stücheli vom Verein Industriekultur Aabach rund zwei Dutzend Zuhörer auf einen Geschichtspfad entlang dem Aabach und präsentierten dabei verschiedene bauliche Zeitzeugen dieser faszinierenden Industriegeschichte.

Industrielle Bauten beim Aabach.

Industrielle Bauten beim Aabach.

Beim Hetex-Areal hatte Josef Vaucher im Jahr 1755 eine Fabrik für Indienne-Druck gegründet. Nach dem Konkurs Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Gebäude als Spinnerei und Weberei genutzt. «Das Hetex-Areal war und ist industriell nicht nur für Niederlenz, sondern für die ganze Umgebung äusserst prägend», berichtete der Lenzburger Stadtrat Martin Stücheli.

Halt machte der historische Ausflug auch beim Gebäude der ehemaligen Feilenhauerei Furter und beim Niederlenzer Dorfplatz, bevor er bei der Elek- tro Würgler AG endete. Die historischen Gebäude gehörten ursprünglich zur Bandweberei Brunner, die 1839 gegründet wurde. Johann Caspar Brunner hatte sich als Fabrikant für bessere Arbeitsbedingungen der Fabrikbelegschaften eingesetzt und förderte die Einführung sowohl des Aargauischen als auch des Schweizerischen Fabrikgesetzes, das 1877 in Kraft trat, mit Expertisen.

Seit 15 Jahren setzt sich der Verein Industriekultur Aabach für den Erhalt und die Dokumentation der baulichen Zeitzeugen der Industriegeschichte am Aabach ein. «In Niederlenz sind aufgrund des starken Wachstums und der regen Bautätigkeit in den letzten Jahren viele der Zeitzeugen verschwunden», sagt Martin Stücheli. Mit seinem Engagement will der Verein diesem Geschichtsverlust entgegentreten und das Industrieerbe in Erinnerung behalten.