Quartierstrasse
Endlich 30 km/h in der «Tempo 50»-Gasse in Niederlenz

Mit der Niederlenzer Staufbergstrasse wird eine der kantonsweit am stärksten belasteten Quartierstrassen beruhigt.

Anja Suter
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Die «Tempo 30»-Stele an der Grenze Niederlenz/Lenzburg.

Die «Tempo 30»-Stele an der Grenze Niederlenz/Lenzburg.

Urs Helbling

Viele Lastwagen und Schleichverkehr aller Art: Die Staufbergstrasse in Niederlenz ist eine der kantonsweit am stärksten belasteten Quartierstrassen. Und ihre Anwohner mussten gefühlt unendlich lange für Tempo 30 kämpfen – auch wegen Pleiten, Pech und Pannen. So ging über ein halbes Jahr verloren, weil Lärmmessungen und Verkehrszählungen zwar gemacht worden waren, aber nicht ausgewertet werden konnten. Im Juni 2018 hatten die Anwohner 177 Unterschriften für eine «Tempo 30»-Petition gesammelt.

Im Oktober 2019 sah es dann so aus, als würde die lange Geschichte doch noch zu einem Ende kommen. Das Baugesuch lag auf. Auf einer Länge von 600 Metern sollte die Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h reduziert werden. Gegen das Baugesuch ging eine Einsprache ein. Der Gemeinderat lehnte diese ab, der Einwender reagierte mit einer Beschwerde beim Kanton. Doch er blitzte dort ab – nachdem weitere Monate verstrichen waren.

Genügt die Disziplin der Auto- und Lastwagenfahrer?

Der Entscheid ist mittlerweile rechtsgültig. Mit der Staufbergstrasse erhielt die letzte Niederlenzer Gemeindestrasse Tempo 30. Die «Tempo 50»-Gasse ist verschwunden. Für die Automobilisten ist die neue Massnahme am auffälligsten, wenn sie von Lenzburg kommend nach der A1-Unterführung von einer in der Strasse stehenden Stele zum Abbremsen gezwungen werden. Danach ist die Strasse relativ lange relativ gerade. Weil es keine weiteren Tempobrecher hat, ist die Einhaltung von Tempo 30 eine Disziplinsache. Von den vier Fussgängerstreifen ist einer eliminiert worden. In Tempo-30-Zonen hat es nur auf Kindergarten- und Schulwegrouten Fussgängerstreifen.

Gemäss der Verordnung über die Tempo-30-Zonen müssen die realisierten Massnahmen nach spätestens einem Jahr überprüft werden. Seitens des Kantons wurden im vergangenen Jahr Bedenken geäussert, ob die reine Temporeduktion das Problem löse. «Wenn die Tempo-30-Zone eingeführt ist und das Erscheinungsbild (der Strasse) immer noch dasselbe ist, bezweifeln wir, dass das gewünschte Geschwindigkeitsniveau erreicht wird», heisst es im Schreiben, das den Baugesuchsunterlagen beigefügt war.

Der Gemeinderat behält es sich vor, über Massnahmen wie die Gestaltung des Strassenraums zu entscheiden, falls die Geschwindigkeitsvorschriften nicht «mehrheitlich eingehalten werden», heisst es.