Wildegg

Emma Schärer schätzt seit neun Jahren den Service im Alterszentrum Chestenberg

Emma Schärer lebt seit Jahren glücklich im Alterszentrum. Einer ihrer Lieblingsorte ist der Garten.ba

Emma Schärer lebt seit Jahren glücklich im Alterszentrum. Einer ihrer Lieblingsorte ist der Garten.ba

Die letzten Sonnenstrahlen des Herbsttages fallen auf das weisse Haar von Emma Schärer. Sie steht am Weiher hinter dem Alterszentrum Chestenberg und lächelt. «Hier darf ich bleiben, bis ich sterbe.» Sie wohnt schon seit neun Jahren und damit am längsten im Alterszentrum Chestenberg.

Neun Jahre ist es her, seit sie einen schlimmen Darmverschluss hatte und dem Tod näher war als heute. Nach der Operation ging es der 96-jährigen Frau so schlecht, dass sie nicht mehr in ihr Bauernhaus nach Möriken zurückkehren konnte, sondern ins Alterszentrum Wildegg überliefert wurde. Inzwischen ist sie die langjährigste Bewohnerin.

Die Umstellung sei ihr schwergefallen, erinnert sie sich. Doch habe sie das neue Leben angenommen und sei dankbar, so liebevoll umsorgt zu werden. Jetzt müsse sie nicht mehr kochen, waschen, putzen. Sogar einer ihrer innigsten Wünsche ging in Erfüllung: ein sonniges «Stübli». Ihre Zimmer zu Hause waren stets dunkel.

Familiäre Umgebung

Vielen Bewohnerinnen und Bewohner ergehe es ähnlich wie Emma Schärer, sagt Zentrumsleiterin Beatrice Trüssel. «Haben sie sich einmal eingelebt, schätzen sie die Hilfe.» Oft seien sie vereinsamt und glücklich, wieder in Gemeinschaft zu leben.

Im Vergleich zu früher hat sich die Aufenthaltsdauer der Bewohner verkürzt. Die Menschen würden länger zu Hause wohnen und sich von der Spitex pflegen lassen. Erst wenn sie lang anhaltende Pflege benötigten, wechselten sie ins Heim über. Deshalb werde das Altersheim auch immer mehr zu einem Pflegeheim.

Klein aber fein ist der «Chestenberg». Die familiäre, heimelige Umgebung schätzt Beatrice Trüssel: «Die Altersheimbewohner schauen aufeinander.» Wie Emma Schärer, die mit ihren Mitbewohnern spazieren geht, oder sie zur Essenszeit abholt.

«Wir haben ein offenes Haus», sagt die Heimleiterin. Das bezieht sich unter anderem auf junge Menschen, die gerne in den Bereichen Hauswirtschaft, Pflege und Verpflegung einen Beruf erlernen oder ein Praktikum absolvieren möchten. Die Beziehungen über Generationen hinweg sei für alle eine Bereicherung.

Emma Schärer ist es draussen kalt geworden und geht zum Stricken zu ihren Freundinnen. Sie lächelt immer noch, denn etwas hat sie in ihrem Leben bewahrt: Zufriedenheit.

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