Vor noch nicht einmal zwei Wochen wurde im neuen Quartier «Im Lenz» auf dem ehemaligen Hero-Areal ein rauschendes Eröffnungsfest gefeiert. Jetzt gerät die Brasserie Barracuda bereits wieder in die Schlagzeilen. Doch dieses Mal sind sie weniger erfreulich. Spitzenkoch und «Barracuda»-Geschäftsführer Markus Roth hat seinen Job gekündigt und ist offenbar bereits nicht mehr an Bord. Was ist passiert? Die az hat nachgefragt. Bei Reto Schaffer, dem Geschäftsführer der Trinamo-Gruppe, zu welcher das «Barracuda» gehört.

Reto Schaffer, weshalb ist Markus Roth aus dem «Barracuda» ausgeschieden?

Reto Schaffer: Markus Roth hat seinen Job als Geschäftsführer des «Barracuda» aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Ich bedaure den Schritt sehr. Markus Roth hat den Aufbau des Betriebes mit vielen guten Ideen unterstützt. Auch menschlich hat er überzeugt.

In diesem Fall war es kein abrupter Abgang?

Nein. Diese Entwicklung hat sich abgezeichnet. Der Schritt ist von beiden Seiten gut überlegt.

Gab es keine andere Lösung?

Nein. So wie es im Moment aussieht, ist die Trennung die beste Lösung.

Wie hoch ist der Imageverlust für das «Barracuda»?

Das kann ich derzeit nicht beurteilen. Das wird sich in der nächsten Zeit weisen.

Immerhin: Markus Roth hat sich im «Hirschen» in der Rathausgasse in die Gault-Millau-Ränge gekocht. Er war weitherum bekannt und für das neu eröffnete «Barracuda» sozusagen Garant für künftigen Gästezulauf?

Wie gesagt: Wie sich das Ausscheiden von Markus Roth auf den Geschäftsgang auswirkt, kann ich nicht sagen. Ganz bestimmt werden wir sein kulinarisches Erbe weiterführen. Qualität darf jedoch nicht von einzelnen Namen abhängig sein. Das «Barracuda» will primär mit guten Produkten aus der Küche überzeugen.

In der Küche steht mit Werner Schlegel ein zweiter bekannter Name aus der Region. Er hat lange Jahre im ehemaligen Restaurant «Seeblick» in Boniswil gewirtet. Hat die Causa Roth Konsequenzen für ihn?

Nein. Werner Schlegel wird weiterhin auf seinem Posten in der Küche bleiben, so wie es von Anfang an sein Wunsch war.

Wie geht es im «Barracuda» nun weiter?

Wir haben die Küchenbrigade mit Carmen Jutzeler, der ehemaligen Küchenchefin im Restaurant Einstein in Aarau, verstärkt und zusätzlich zwei gute Köche an Bord geholt. Insofern mache ich mir für die Qualität der ‹Barracuda›-Küche keine Sorgen.

Das «Barracuda» ist nun die zweite Woche geöffnet. Wie ist es angelaufen?

Wir sind hocherfreut. Es sind bisher am Mittag und am Abend viel mehr Leute gekommen, als wir uns vorgestellt haben. Das haben wir nicht zuletzt der guten Presse zu verdanken. Intern beginnen sich die Abläufe langsam einzuspielen. Wie nicht anders zu erwarten war, sind aber auch noch einige Verbesserungen nötig. Beispielsweise müssen wir die Zufahrt zum ‹Barracuda› besser beschildern, da ist eindeutig Nachholbedarf vorhanden.