Ob das Glück sie schon gefunden habe, fragte Moderator Tinu Niederhauser seine beiden Gäste. Notiert hatte er diese Frage in einem kleinen schwarzen Büchlein, das er vor sich auf dem Tisch liegen hatte. Beide Gäste – die Zivilstandsbeamtin Sarah Dössegger und der Schmied und Metallgestalter Ueli Schneider – beantworteten die Frage mit Ja. Schneider fügte hinzu, wenn einen das Glück nicht finde, müsse man es aktiv suchen.

Von den Slums von Niederlenz nach Lenzburg sei Urs Schneider aufgestiegen, stellte der Moderator seinen Gast vor und sorgte damit für Lacher. Sarah Dössegger beschrieb er als «im Konkubinat lebende Zivilstandsbeamtin und Miss Perfect», worauf diese konterte: «Niemand ist perfekt. Und perfekt möchte ich auch nicht sein. Spannend ist das Unperfekte.»

In der einen Stunde von Stadt-Talk «Persönlich» wurden Geschichten ausgepackt, Anekdoten erzählt, Was-wäre-wenn-Fragen beantwortet und über die die Kindheit und Jugend geplaudert. Das Publikum kam so zwei Menschen näher und entdeckte neue Seiten der Stadt Lenzburg.

Jobtausch? Nicht wirklich!

Im Gespräch durften Ueli Schneider und Sarah Dössegger Stellung dazu nehmen, wie es wäre, einen Tag lang den Job des anderen zu machen. «Mich würde das reizen», sagte Dössegger», aber ich habe leider zwei linke Hände.» Und Schneider meinte ehrlich: «Ich als Zivilstandsbeamter – das käme nicht gut, denn ich sage andern ins Gesicht, was ich denke.» Dafür habe Bestand, was er schmiede, oft sogar über ein Leben hinaus, meinte Schneider. «Im Gegensatz zu dem, was ich mache, manchmal …», ergänzte Dössegger und spielte auf die schwierigen Seiten ihres Berufes an. «Ich prüfe nur das Rechtliche. Für das Glück der Paare bin ich nicht verantwortlich.» Zum Beruf der Zivilstandbeamtin gehörten auch das Eintragen von Geburten, Scheidungen oder Tod sowie Einbürgerungen. «Dann bist du ja eine Schweizermacherin», kommentierte Moderator Niederhauser.

Die Fragen zum Schluss durften die beiden nur mit Ja oder Nein beantworten. Wobei auch schon mal ein Jein vorkam oder ein halber Satz. Wie bei der Frage, ob Heiraten richtig sei. Darauf meinte Dössegger «Jein». Auf die Frage, ob Leben und Sterben in Lenzburg ein Privileg sei, antwortete sie: «Heiraten auf jeden Fall.» Von Schneider wollte der Moderator wissen, ob das Wort Kunst von Können komme. Nein, nicht nur, meinte dieser. So wie das Gespräch mit einem Buch begonnen hatte, so endete es auch. Nur, dass in diesem Notizheft Antworten standen. «Hat es sich für euch gelohnt, heute hierhin zu kommen?», fragte Niederhauser das Publikum, schlug das Buch auf und las: «Es steht: ‹Es ist die Mühe wert.›»