Ein Handschlag. Damit war der Mietvertrag auch schon besiegelt. Für den Lenzburger Filmemacher Mustafa Kizilicik hätte es nicht besser kommen können, als er in der Region dringend einen Raum für sein Filmstudio gesucht und diesen im Triums KU-Center im Coop-Gebäude gefunden hatte.

In der ersten Etage der ehemaligen Kartonfabrik finden sich die unterschiedlichsten Kleinstunternehmen zusammen: eine Gesundheitsberaterin etwa oder ein Steuerberater. Institute, die sich für Jugendliche ohne Lehrstelle einsetzen oder Lernschwierigkeiten haben. Neu stiess eine Kommunikationsberaterin aus dem luzernischen Hochdorf zum bunt gewürfelten Team. Im Schulungsraum möchte sie künftig Seminare durchführen. Durch die unterschiedlichen Mieter erhofft sie sich eine Erweiterung ihres Netzwerkes.

Das Mietverhältnis ist unkompliziert. Es gibt keine schriftlichen Verträge, der Mietvertrag erfolgt mündlich. Dies passt zur Philosophie, die die Vermieter und gleichzeitigen Unternehmer Werner und Edith Zeller pflegen: Fairness und Ehrlichkeit.

Küche wird geteilt

Wohl arbeiten die Mieter in ihren eigenen vier Wänden, ansonsten aber leben sie wie eine grosse Familie: Sie benutzen die gleiche Küche, teilen sich den gemütlichen Hängestuhl. Die Briefkästen im Eingangsbereich sind hübsch beschriftet, und braucht ein Mieter Rat, so klopft er beim Nachbar an. Etwas, was die junge Gesundheitsberaterin Silvia Korrodi, die den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hat, schätzt: «Ich profitiere von den Erfahrungen der anderen Mieter.» Regelmässig gebe es einen gemeinsamen Austausch und dies führe zu einem guten Arbeitsklima. Treuhänder André Suter fühlt sich in seinem Büro wohl. Besonders schätzt er die mit Holz verkleidete Wand, die etwas Wärme gegen die doch eher kühle Gesetzeslandschaft gebe. Die Wand ist oben unverschlossen, das gibt ihm und seinen Kunden ein Gefühl von Offenheit. Für Besprechungen stehen ihm Sitzungszimmer zur Verfügung. Zu Hause fiel ihm die Decke auf den Kopf. Im Triums KU-Center spiele niemand den Chef, sagt Werner Zeller. Im Gegenteil: «Wir wertschätzen einander. Denn etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, braucht Mut.»