Lenzburg

Einwohnerrat verärgert über die Verweigerung der Hero

Das Firmenschild der Hero fotografiert am 21. März 2005 am damaligen Hauptsitz in der Nähe des Bahnhofs.

Das Firmenschild der Hero fotografiert am 21. März 2005 am damaligen Hauptsitz in der Nähe des Bahnhofs.

Die Abrechnung der Bahnhofrichtplanung kam spät und liegt über dem Kredit. Zu reden gab aber die Zahlungsverweigerung der Hero.

Rund um den Lenzburger Bahnhof ist der Wurm drin. Nicht erst seit der abgebrochenen Bahnhofplatzgestaltung. Schon in den ersten Jahren des Jahrtausends scheiterte ein kommunaler Richtplan, an dem neben Stadt, Kanton und SBB auch die Firmen Coop, Regionalbus, Die Post, Neue Aargauer Bank und Hero beteiligt waren.

Im Mai 2003 unterschrieben die Partner einen Vertrag, der neben den Planungszielen auch den Finanzierungsschlüssel enthielt. Nachdem die SBB die Zuführung der Seetalbahn wieder geändert hatten, wurde der halbfertige Richtplan gegen Ende 2006 zu Makulatur. Erst im Jahr 2015 wurde den privaten Partnern ihr Kostenanteil für das inzwischen wertlose aber doch 35 000 Franken teurer als budgetiert gewordene Planwerk in Rechnung gestellt.

Unter Murren zahlten alle – ausser der Hero. Es geht hier um 25 000 Franken. Es hätten zwar «intensive Diskussionen» mit der Lebensmittelfirma stattgefunden, hielt Beat Hiller (GLP) als Sprecher der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK) vorgestern an der Einwohnerratssitzung fest, «doch die Firma foutiert sich». Hiller räumte ein, dass spätestens nach dem Start des Projektes «Loop» die Richtplan-Rechnung hätte abgeschlossen werden müssen: «Dann hätte sich die Hero nicht so elegant aus der Verantwortung schleichen können.» Beim Lenzburger Traditionskonzern beruft man sich unter anderem auf die nach 10 Jahren abgelaufene Verjährungsfrist.

«Einen Schlussstrich ziehen»

Diese Verweigerung bezeichnete Hiller als «unfair gegenüber den andern Partnern», die alle die späten Rechnungen beglichen haben. «Zähneknirschend» sprach sich die GPFK mit 7:2 Stimmen für die Genehmigung der Kreditabrechnung aus.

Davon wollte die SVP nichts wissen. Deren Sprecher Adriano Picco hoffte zuerst, dass «das Bauamt aus diesem Fall die nötigen Lehren ziehen wird» und fand, mit einer Ablehnung der Abrechnung, würde man «der Hero nochmals eine Chance geben»; nach einer derart langen Zeit komme es nicht darauf an, die Rechnung erst in ein paar Monaten zu sanktionieren.

Andere wollten dieses Geschäft nun aber endlich schicklich beerdigen: «Die Hero wird sich nicht umstimmen lassen», vermutete Stephan Weber (FDP). Zudem sei die Forderung materiell wirklich verjährt. Ein allfälliger Rechtsstreit würde höchstens «der Stadt Lenzburg einen Reputationsschaden» zufügen. Franck Robin (SP) sprach sich ebenfalls dafür aus, «dieses traurige Kapitel nun abzuschliessen»: «Wir wollen hier endgültig einen dicken Schlussstrich ziehen und wieder nach vorne schauen.»

Mit 23 Ja zu 12 Nein bei einer Enthaltung wurde die Rechnung, die die Stadt statt 190 000 Franken mit Überschreitung und Hero-Anteil total 251 000 Franken kostete, durchgewunken.

Autor

Fritz Thut

Fritz Thut

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