Über Jahrzehnte hinweg liess sich nur erahnen, was sich hinter den Mauern der imposanten Villa an der Schützenmattstrasse verbirgt. Anlässlich der Tage des Denkmals war sie am Sonntag zum ersten Mal öffentlich zugänglich. Jonas Kallenbach von der Kantonalen Denkmalpflege nahm weit über hundert Personen mit auf eine Reise durch leere Räume, historische Entwicklungen und fast zwei Jahrhunderte Architektur.

Die Villa, die derzeit leer steht und vom neuen Besitzer – der Lenzburg Immobilien AG – saniert wird, ist im klassizistischen Stil gebaut und beeindruckt vor allem mit hohen, hellen Räumen. Auch wenn die innenarchitektonische Gestaltung verhältnismässig nüchtern und dezent ausfällt, so ist alleine die Grösse der Villa mehr als imposant. Zahlreiche Besucher nutzten die Chance, das Gebäude auf eigene Faust zu erkunden.

Am Sonntag konnte die Lenzburger Villa Malaga im Rahmen der europäischen Denkmaltage besichtigt werden.

Am Sonntag konnte die Lenzburger Villa Malaga im Rahmen der europäischen Denkmaltage besichtigt werden.

Nach Abschluss der Rennovationsarbeiten wird die Villa nämlich nicht mehr öffentlich zugänglich sein. Der verstorbene Rechtsanwalt Roland Padrutt, durch den die Villa in den vergangenen Jahren viel Medienaufmerksamkeit erhielt, wurde im Übrigen mit keinem Wort erwähnt.

Padrutt respektive dessen Villa Malaga GmbH hatte die ehemaligen Konsul-Villa zwischen 2010 und 2014 gehört. Er hatte im Innern eine Baustelle und viele unbezahlte Handwerkerrechnungen zurückgelassen und war erstinstanzlich wegen Veruntreuung verurteilt worden. Allerdings hatte er gegen das Urteil beim Aargauer Obergericht Berufung eingelegt. Weil er dann verstarb, wurde die verhängte Freiheitsstrafe nicht rechtskräftig.

Der neue Besitzer ist der bekannte Lenzburger Architekt und ehemalige FDP-Einwohnerrat Meinrad Müller.