Hallwilersee

«Einfach zu lernen, schwierig zu perfektionieren»: Der grosse Hype um die Stand-up-Paddles

Patrizia Ströbel (l.) und Caroline Lemmenmeier sind Fans der Trendsportart.

Patrizia Ströbel (l.) und Caroline Lemmenmeier sind Fans der Trendsportart.

Die Trendsportart erlebt einen regelrechten Boom – ganz speziell auf dem Hallwilersee. Thomi Keusch und sein Team vermieten und verkaufen die Stand-up-Paddles nicht nur, sondern bieten auch regelmässig Kurse und Events an.

Sie paddeln über den See, sonnen sich, praktizieren Yoga oder veranstalten gar Picknicks. Frauen und Männer auf Stand-up-Paddles (SUP) sind von den Seen und Flüssen nicht mehr wegzudenken. Die grosse Nachfrage nach den Boards merken auch Verkäufer und Vermieterinnen aus der Region, wie Thomi Keusch bestätigt. Er gründete vor 31 Jahren die Firma Spinout (etwa Lenzburg), die ein Komplettangebot für Wasser- und Wintersport anbietet. «Dieses Jahr war ganz sicher besonders, die Leute haben ihre Ferien in der Schweiz verbracht und wollten sich auch beschäftigen.»

Thomi Keusch und sein Team vermieten und verkaufen die SUP nicht nur, sondern bieten auch regelmässig Kurse und Events an. «Coronabedingt konnten wir weniger Kurse durchführen, dafür gab es vermehrt Anmeldungen für Privatstunden.»

Die Kurse würden vor allem von älteren Sportlern gebucht, «lohnen würde es sich aber für jeden», sagt er. «Wer nicht die richtige Technik hat, paddelt ineffizient. Zudem unterschätzen viele den Sicherheitsaspekt und wissen nicht, dass es Regeln gibt, an die man sich auf dem See oder Fluss halten muss», so Thomi Keusch.

Chantal Hängglis Yoga-Lektion auf dem Hallwilersee.

Chantal Hängglis Yoga-Lektion auf dem Hallwilersee. (Beitrag vom Juli 2016)

«Es brauch Respekt für die Natur»

Der Vorteil am Stand-up-Paddel sei klar, «die Sportart ist relativ einfach zu lernen und kann eigentlich in jedem Alter betrieben werden». Er biete aus diesem Grund auch Kurse für Senioren an, bei denen kippstabile Boards verwendet werden.

Wer bei Siri Schubert in Aesch LU ein Board mieten möchte, muss zuerst bei der Expertin in den Kurs. Schubert ist zertifizierte SUP-Instruktorin und nimmt seit Jahren an professionellen SUP-Wettkämpfen im In- und Ausland teil.

«Mir ist es wichtig, dass Interessierte zuerst die wichtigsten Regeln und eine gute Technik lernen, bevor sie ein SUP bei mir mieten», erklärt Schubert. Ihre Philosophie lässt sich in drei Bereiche aufteilen. «Es braucht Respekt für die Natur, in der man sich bewegt. Respekt für andere auf und im See und natürlich Respekt für sich selbst, denn Sicherheit ist wichtig», erklärt die Expertin. «Dass Leute mit dem Stand-up-Paddeln anfangen, ist an sich gut», sagt sie. Oft würde die Sportart aber unterschätzt: «Stand-up-Paddling ist einfach zu lernen, aber schwierig zu perfektionieren.» Wer mit fehlerhafter Technik fährt oder ein zu langes Paddel habe, könne sich Verletzungen zuziehen.

Stand-Up-Paddel-Yoga auf dem Hallwilersee:

Bei richtiger Ausführung ein Ganzkörpertraining

Wie auch Thomi Keusch erlebte Siri Schubert einen weiteren Boom durch Corona, «ich denke sogar, dass das Interesse nächstes Jahr noch grösser sein wird», sagt sie. «Ich wurde gerade von zwei Frauen angefragt, die gerne noch jetzt einen Kurs buchen würden, damit sie in der nächsten Saison richtig loslegen können.»

Nebst dem Grundkurs bietet Schubert auch SUP-Fit-Kurse, Mondscheintouren und Technik- sowie Race-Training an. «Das Schöne am Stand-up-­Paddeln ist, dass es bei richtiger Ausführung alle Muskeln fordert», sagt sie. Sie habe auch eine Theorie, wieso die Sportart so entspannend ist. «Das Wasser wirkt beruhigend, und durch das ständige Ausbalancieren hat das Gehirn gar keine Zeit, an andere Dinge zu denken.»

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