Rupperswil
Eine symbolträchtige Windrose für die Rupperswiler

Der Abendhimmel hätte für die Einweihung am Dienstag nicht stimmiger sein können: Gewitterwolken türmten sich auf, während die ersten Rupperswiler den neuen Begegnungsplatz im Steinäcker betraten.

Barbara Vogt
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Und auch das Symbol, das den Boden des ruhigen Ortes schmückt, passte zu dieser Stimmung: eine Windrose.

Der Begegnungsplatz sei «es gfröits Werk», sagte Gemeindeammann Rudolf Hediger. «Hier sollen sich die Anwohner wohlfühlen, einander begegnen und Feste feiern können.»

Aufwertung im öffentlichen Raum

In den letzten zwei Jahren wurde das Baugebiet Steinäcker-Ruessäcker erschlossen. Mit einer Strasse, Strom, Kabelfernsehen sowie einer Kilometer langen Leitung für Wasser und Abwasser, wie Rainer Kaufmann vom verantwortlichen Ingenieurbüro Kaufmann und Partner augenzwinkernd erklärte. In diesem Frühjahr wurde die Erschliessung fertig.

Die Gesamtkosten betrugen 2,390 Millionen Franken. Davon tragen die Landeigentümer 1,476 Millionen Franken und die Einwohnergemeinde 914000 Franken. Zwei Pendenzen gibts noch laut Hediger: ein neuer Fussweg zum Höhenweg und Erholungsgebiet hinauf sowie der Einbau eines Strassen-Deckbelags.

Nach und nach wird das 57000 Quadratmeter grosse Baugebiet mit Einfamilienhäusern überbaut. Über den Bevölkerungszuwachs freut sich Rainer Kaufmann: «Rupperswil erweitert sich dadurch um 300 bis 400 Einwohner. Wenn privater zu öffentlichem Raum werde, brauche es auch eine Aufwertung, sprich: ein Ort der Begegnung und Orientierung. Mit Letzterem meinte er die «bedeutungsvolle Symbolik» der Windrose. Die Besucher können sich am Werk orientieren, auch in
Lebensfragen.»

Kurzerhand drückte Kaufmann dem Gemeindeammann einen Armeekompass in die Hand, mit dem Auftrag, die Ausrichtung der vier Himmelsrichtungen zu überprüfen. «Stimmt genau», verkündete Rudolf Hediger nach kurzer Zeit.

Für die Gestaltung des Platzes konnte die Rupperswiler Behörde aus drei Vorschlägen auswählen. Einer davon sei ein Brunner gewesen, aber ein solcher findet man auch an anderen Orten, sagte der Ammann. «Die Windrose sprach uns am meisten an.»

Acht Meter Durchmesser

Das Symbol ist ein Gebilde aus verschiedenen Steinarten: in der Mitte Chromstahl, aussen Stahl, darum herum Kalksteinbeton. Eine kontrastreiche Untermalung, in Anlehnung an den nahen Jura. Der Durchmesser der Windrose von einer Ecke zur anderen beträgt jeweils acht Meter. Die Metallbaufirma Lukas Frei lieferte die einzelnen Teile an und schweisste sie vor Ort zusammen. Ein Detail: Vier Ahornbäume schmücken vier Achsen, Bänke laden zum Verweilen ein.

Natürlich stiessen die Anwesenden am Dienstag auf den neuen Begegnungsplatz an. Noch bevor die Gläser leer waren, entleerten sich die schweren Gewitterwolken. Auch das passte zur Stimmung an diesem Abend.

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