Bevor die grossen Bärzeli heraus stürmen und sich unter die Leute mischen, bilden die kleinen Bärzeli den Auftakt. Kinder, die ähnliche Kostüme wie die grossen Bärzeli tragen, machen die Runde in der Turnhalle Hallwil, wo viele Leute gerade das Mittagessen beendet haben und gemütlich zu Kaffee und Kuchen beisammen sind.

Die Kinder-Bärzeli gehen mit einer kleinen Kasse ausgerüstet von Tisch zu Tisch und erhalten von den Zuschauern einen kleinen Obolus. Gleichzeitig ziehen die grossen Bärzeli ihre Kostüme an, was gar nicht so einfach ist. So wird etwa das schwere stachlige Kleid des «Stächpaumig» mit einem Seil an einem Gestell langsam herunter gelassen, wobei zwei Helfer assistieren, damit dieses Naturkleid schliesslich vom Träger angezogen werden kann.

Wild und laut: Die Bärzeli ziehen durch Hallwil.

Wild und laut: Die Bärzeli ziehen durch Hallwil.

Die Bärzeli-Kostüme erfordern jedes Jahr eine grosse Vorbereitung. Bereits im November wird damit begonnen, das Kleid für den «Hobuspöönig» mit neuen Hobelspänen zu bestücken. Auch der dürre «Sraumaa» kann in dieser Zeit schon sein Kostüm kreieren. Die grünen Gestalten – «Stächpaumig» und «Tannreesig» - beginnen jeweils erst ab dem 27. Dezember an ihren Kostümen zu arbeiten, schliesslich müssen die grünen Naturäste am 2. Januar noch frisch sein. Allein für das Kleid des Hobospönig werden jedes Jahr mindestens 100 Stunden aufgewendet.

Um Punkt 14 Uhr stürmen die Bärzeli, die aus 15 erwachsenen ledigen Burschen aus dem Dorf bestehen, aus ihrem Versteck und beginnen die Leute aufzumischen, die trotz des warmen Regenwetters zahlreich erschienen sind.

Schliesslich soll eine stachlige Neujahrs-Umarmung der Bärzeli Glück bringen. Dabei kann es auch passieren, dass sie mit einer «Söiblootere», also mit der Schweinsblase» eins übergezogen bekommen oder mit Wasser nass gespritzt werden.