Beinwil am See
«Eine Nacht in Venedig» folgt dem «Vogelhändler»

Die Verantwortlichen und die Chormitglieder der Theatergesellschaft stecken bereits in den Vorbereitungen für die Operettenproduktion 2016 auf der Löwenbühne.

Peter Siegrist
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Die Operettentradition in Beinwil am See, hier eine Szene aus der 2014er-Produktion «Der Vogelhändler», wird im nächsten Jahr weitergepflegt.

Die Operettentradition in Beinwil am See, hier eine Szene aus der 2014er-Produktion «Der Vogelhändler», wird im nächsten Jahr weitergepflegt.

Peter Siegrist

Nach dem «Vogelhändler» von Carl Zeller im Januar 2014, entführt die Theatergesellschaft Beinwil am See die Zuschauer mit der nächsten Produktion nach Italien. Sie bringen zwischen dem 16. Januar und dem 5. März 2016 die Operette «Eine Nacht in Venedig» von Johann Strauss zur Aufführung.

Das Stück, welches im Herbst 1883 uraufgeführt wurde, spielt in Venedig um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist eine köstliche Verkleidungs- und Verwechslungskomödie mit Liebesverwirrungen zwischen zwei sozialen Ständen.

Viele bekannte Namen

Vizepräsident Edi Rohr sagt, Bühnenbild und die Kostüme seien auch diesmal ein wichtiger Bestandteil der Aufführung: «Wir haben uns ganz bewusst entschieden, eine Aufführung im historischen Ambiente zu inszenieren.» Für die Kostüme zeichnet Walter Joss verantwortlich, Bühnenbild und Licht gestaltet Ueli Binggeli.

Die Regie obliegt in Beinwil am See zum dritten Mal in Folge Monika Wild. Sie garantiert für eine lebendige, szenisch durchgestaltete Aufführung. Musikalischer Leiter ist zum zweiten Mal Konrad Jenny, der bereits 2012 mit dem Vogelhändler ein Zeichen gesetzt hat. Unter den engagierten Solistinnen und Solisten tauchen ebenfalls einige in Beinwil am See bekannte Namen auf: Daniel Zihlmann (Guido, Herzog von Umbrien), Ulla Westvik (Annina), Annette Flury (Agricola), Raphael Höhn (Caramello), Simona Rigling (Ciboletta) und Thomas Leu (Pappacoda).

Anfang April hat der 30-köpfige Chor mit dem Proben angefangen. 17 reine Chorproben stehen auf dem Programm, bis die Regisseurin Monika Wild im September mit Solisten und Chor auf der Bühne die szenischen Proben leitet und die einzelnen Teile zu einem Ganzen zusammenfügt. Rund 36 Proben stehen bis zur Premiere vom 16. Januar 2016 auf der Agenda.

Dies allein zeigt, welch grosser Aufwand nötig ist, um ein annähernd dreistündiges Werk zu inszenieren und am Schluss mit einer Leichtigkeit und viel Spielfreude aufzuführen.

Finanzieller Kraftakt

Die Theatergesellschaft ist bei jeder Produktion auch mit einem grossen finanziellen Aufwand konfrontiert. Das Budget führt rund 530 000 Franken Gesamtausgaben auf. Auf der Einnahmeseite rechnen die Verantwortlichen für die 21 geplanten Aufführungen mit jeweils einer Auslastung von 70 Prozent.

Weiter rechnet die Theatergesellschaft mit Beiträgen aus dem Swisslos-Fond und von Sponsoren. «Wir gehen hier von durchschnittlichen Besucherzahlen aus», sagt Edi Rohr und fügt an, dass auch die Operette generell von einem Besucherrückgang betroffen sei (siehe Artikel rechts).

Seit der Renovation der Bühne können praktisch sämtliche Proben im Löwensaal durchgeführt werden. «Das ist ein grosser Vorteil, alle gewöhnen sich gut an die akustischen und räumlichen Verhältnisse», sagt Rohr. Das Ambiente des Saales, des Foyers werde von den Zuschauern geschätzt, wenn auch die periphere Lage der Gemeinde zum Kanton etwas nachteilig sei.

«Wir müssen einfach grosse Anstrengungen unternehmen für unsere Operette» erklärt Rohr. Sehr wirksam seien Standaktionen zum Beispiel am Rüeblimarkt in Aarau. Da treten ein paar Mitglieder in Kostümen auf und animieren die Leute zu einem Vorstellungsbesuch.

Die neu gestaltete Website der Theatergesellschaft (www.theatergesellschaft.ch) erlaubt ebenfalls einen informativen Einblick in die neue Produktion. Gegründet wurde die Theatergesellschaft vor 150 Jahren. Sie hat in dieser Zeit rund 95 Operettenklassiker aufgeführt.

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