Möriken-Wildegg

Eine Million für den Gemeindesaal – Steuerfuss wird nicht erhöht

«Die lustige Witwe» ist derzeit der Publikumsmagnet im Gemeindesaal Möriken. Das Parkett dort ist inzwischen 63-jährig.

«Die lustige Witwe» ist derzeit der Publikumsmagnet im Gemeindesaal Möriken. Das Parkett dort ist inzwischen 63-jährig.

Der Gemeinderat Möriken-Wildegg will in seine Kulturstätte investieren. Erhöht wird der Steuerfuss aber nicht.

Mit wahrscheinlich grossem Publikumserfolg wird die Aufführungsreihe der Operette «Die lustige Witwe» im Gemeindesaal Möriken am Freitag abschliessen. Vorher noch, am Montagabend, wird die Gemeindeversammlung aber – im selben Saal – über die Zukunft der Kulturstätte entscheiden. Fast eine Million Franken beantragt der Gemeinderat Möriken-Wildegg als Kredit für die Renovierung des Gemeindesaals. 1956 gebaut, wurde 2004 das Dach statisch saniert, 2007 dann der Saal und das Foyer erneuert. Nun will der Gemeinderat den Parkettbelag von 1956 ersetzen. Zudem soll die Bühnenbeleuchtung den heutigen digitalen Anforderungen angepasst werden. Vorgesehen sind neue energiesparsamere Scheinwerfer, die weniger Wärme abstrahlen. Die Akustik- und Videoanlage wird auch erneuert.

Als grösster Kostenbrocken ist für 200'000 Franken der Ersatz aller rund 20-jährigen Stühle sowie eine neue Polsterung der Balkonsitze vorgesehen. Die heute verbotenen Halogenleuten und die Steuerung der Lüftung sollten auch ersetzt werden. Unabhängig vom beantragten Kredit sind im Budget 2020 noch der Kauf von fünf neuen Kaffeemaschinen, zwei neuen Beamern und zwei neuen Feuerlöschern für den Gemeindesaal eingetragen.

Für das Budget 2020 schlägt der Gemeinderat einen unveränderten Steuerfuss von 94 Prozent vor. Nach Plan würde die Gemeinde das nächste Jahr so mit einem leichten Überschuss von 45'525 Franken abschliessen. Die Gemeinde plant hohe Investitionen: Der Selbstfinanzierungsgrad wird dadurch von rund 55 auf 23 Prozent sinken, 2021 und 2022 werden wohl Darlehen aufgenommen werden müssen, steht in den Ausführungen zum Budget. Die Gemeinde rechnet aber mit einem steten Anstieg der Bevölkerung und erwartet deshalb künftig höhere Steuererträge.

Minikreisel vorgesehen an der Unteräschstrasse

Der teuerste Kredit, den der Gemeinderat beantragt, betrifft die Sanierung und Umgestaltung der Unteräschstrasse und Dorfstrasse samt Kanalisation und Strassenbeleuchtung: 2,4 Mio. Franken sind dafür veranschlagt. Die Lebenserwartung des Strassenbelags von rund 25 Jahren ist bei weitem übertroffen. Mit der Belagssanierung will die Gemeinde die Gelegenheit nutzen für weitere Anpassungen. Dabei soll beim Knoten Unteräsch-, Dorf- und Niederlenzerstrasse ein Minikreisel entstehen. Die Gemeinde verspricht sich davon eine Verbesserung des Verkehrsflusses und eine Erhöhung der Sicherheit.

154'000 Franken sind noch für die Sanierung der Leitungen und Schächte beim Grundwasserpumpwerk Grienmatte nötig. Und nachdem die Planung der Neugestaltung des Bahnhofs nächstes Jahr abgeschlossen sein wird, soll nun die Planung der nördlichen Fläche des Bahnhofs in Angriff genommen werden. Dafür werden 441'000 Franken beantragt. Unter anderem sind der Abbruch des Güterschuppens und eine qualitätsvolle Wohnüberbauung mit Gewerbeanteil vorgesehen.

Gemeindeversammlung: Montag, 25. November, 20 Uhr, Gemeindesaal Möriken.

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