Meisterschwanden

Eine Militärsammlung der Extraklasse

Am Samstag wurde die Erweiterung der Stiftung von Stefan Laib in Meisterschwanden eingeweiht.

«Mich interessiert nicht, was ich habe, sondern was mir noch fehlt.» Das sagt Stefan Laib (52). Er ist der Präsident der 2014 gegründeten gemeinnützigen Stiftung «Militär- & Kunstsammlung Laib Meisterschwanden». Seine Sammlerleidenschaft basiert erklärtermassen auf einem Jagdinstinkt. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten hat er eine der landesweit grössten Militärsammlungen aufgebaut. Ihr Stellenwert ist derart wichtig, dass am Samstag der ehemalige Armeechef André Blattmann an der Eröffnung des «Stämpflihauses» teilnahm.

Weitere Expansion geplant

Die Stiftung ist für die Gemeinde Meisterschwanden ein Glücksfall. Stefan Laib hat innerhalb von gut 15 Jahren drei heruntergekommene Gebäude der ehemaligen Strohindustrie totalsaniert und einem neuen Verwendungszweck zugeführt. Und seine Stiftung plant eine weitere Expansion: Eine der beiden Stahlhallen neben der Bahnhofstrasse soll durch einen dreistöckigen Neubau mit mehreren tausend Quadratmetern Ausstellungsfläche ersetzt werden. «Die Baubewilligung liegt vor. Wir müssen jetzt noch Fragen der Finanzierung klären», erklärt Martin Widmer, Vizepräsident des Stiftungsrates.

«Meine Frau Christine und ich haben zwischenzeitlich 124 Militär-Fahrzeuge. Zum Teil sind sie im Besitz der Stiftung», erklärt Stefan Laib. Viele dieser Fahrzeuge sind in sich selber kleine Museen – weil sie Material geladen haben, für das andernorts noch kein Platz gefunden worden ist. So ist auf einem Muldenkipper ein original Fliegerzelt aus dem Jahr 1917 zwischengelagert.

Infrastruktur für Verpflegung

Das erste Haus der «Militärsammlung Meisterschwanden» war das sogenannte «Bändelihaus, erbaut 1870, von Laib erworben 2002. Nach der Renovation mit viel Eigenleistung finden dort seit 2004 auf zwei Etagen Führungen statt. 2006/07 kam das Haus «Kontor» (erbaut 1868) dazu. Und jetzt das «Stämpflihaus, das 1853 gebaut und 2016 erworben worden ist. Es ist total renoviert worden. Darin hat es vor allem Ausstellungsstücke der Sanität, des Kadettenwesens und des ausserdienstlichen Schiesswesens.

Im «Stämpflihaus» befindet sich unter anderem die «Hämmerli-Stube», in der bis zu 50 Personen verköstigt werden können. An der Einweihungsfeier am Samstag assen neben dem Korpskommandant a D André Blattmann unter anderem ein aktiver Brigadier und drei aktive Obersten sowie diverse ehemalige Militärkader, aber auch Politiker (etwa die Grossrätinnen Renate Gautschy und Vreni Fricker sowie Meisterschwandens Gemeindepräsident Ueli Haller). Dem Stiftungsrat gehören neben Stefan Laib und Martin Widmer folgende Herren an: Matthias Hagmann, Andreas Bölsterli und Paul Gerny.

Das Militärmuseum Meisterschwanden ist öffentlich. Es kann aber nur in Gruppen besichtigt werden (immer in Kombination mit einem Imbiss). Am 28. und 29. Juni gibt es Gruppenführungen, an die sich Einzelpersonen anmelden können (Details auf militaersammlung.ch).

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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