Seengen
Eine halbe Million Franken für zwei Strassenplanungen

Die Gemeinde will ihre dringendsten dorfinternen Verkehrsprobleme lösen. Ein Konzept für Post- und Schulstrasse kostet eine halbe Million Franken.

Fritz Thut
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Die Seenger Poststrasse, für die ein Betriebs- und Gestaltungskonzept ausgearbeitet werden soll. tf

Die Seenger Poststrasse, für die ein Betriebs- und Gestaltungskonzept ausgearbeitet werden soll. tf

Die Poststrasse ist ein «zentrales Element» im Seenger Verkehrsnetz. Auf dieser Kantonsstrasse entlang von wichtigen Gewerbe- und Ladenliegenschaften kommt es vorab am Samstag immer wieder zu heissen Situationen mit ein- und ausparkenden Autos.

Die am Kreuzplatz rechtwinklig davon abzweigende Schulstrasse verdient schon aufgrund des angrenzenden Schulcampus aus sicherheitstechnischer Sicht ein besonderes Augenmerk.

An der Gemeindeversammlung von diesem Freitag haben die Stimmberechtigten neben dem Budget 2015 (az vom 29. Oktober) auch über zwei separate Projektierungskredite zu befinden, die die Ausarbeitung je eines Betriebs- und Gestaltungskonzepts und die Planung eines Projekts für die zwei Strassenzüge umfasst.

«Wahnsinnig viel Geld»

Die Bruttokosten für die beiden Planungen umfassen 525 000 Franken. Der Anteil der Gemeinde macht 169 000 Franken für die Poststrasse und 142 000 Franken für die Schulstrasse aus. Vorangegangen war ein Grundsatzentscheid, wonach die beiden Strassen weiterhin zum Kantonsstrassennetz gehören sollen. Eine Herabstufung zur Gemeindestrasse hätte zu viel zu teuren Anpassungen geführt.

Die beantragten Projektierungskredite liegen nicht gerade tief. «Dies sei wahnsinnig viel Geld, habe ich aus der Bevölkerung gehört», räumte Vizeammann und «Verkehrsminister» Dieter Gugelmann gestern an einer Medienorientierung ein. Doch die grundlegenden Abklärungen sowie das Einsetzen einer breit abgestützten Kommission kosten entsprechend. Zudem ist der Kanton bei Planung und anschliessender Realisierung federführend.

Gugelmann ist übrigens voll des Lobes über diese Zusammenarbeit. Er habe über den Willen des Kantons gestaunt, dass es hier «mit Vollgas» vorangesehen soll.

Keine Lösung präjudizieren

Für teures Geld kaufe man hier die Katze im Sack, war im Vorfeld der Gmeind oft kritisiert worden. Diesen Vorwurf kann Gugelmann verstehen, doch will die Gemeinde bewusst nicht mögliche Lösungen präjudizieren oder ausschliessen.

Immerhin einige grundsätzliche Ziele lässt sich der Gemeinderat entlocken: In erster Linie geht es darum, «die Verkehrssicherheit zu erhöhen». Da die Strassen unter Kantonshoheit bleiben, können Tempo-30- und Begegnungszone ausgeschlossen werden. «Aus Rücksicht auf das Gewerbe ist es nicht das Ziel, möglichst viel Verkehr rauszunehmen», umschreibt Gugelmann eine weitere Vorgabe.

Zum Bauprojekt kann das Stimmvolk wieder Stellung beziehen. Gemäss aktuellem Zeitplan soll dies bereits im Jahr 2016 der Fall sein. Bis Ende des nächsten Jahres soll das Betriebs- und Gestaltungskonzept vorliegen.

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