Seengen

Eine gut situierte Gemeinde darf nicht Geld anhäufen: Wie der Landabtausch beim «Spittel» ablaufen soll

Das Bürgerheim (vorne links) mit seinen Kulturen. Im Hintergrund der Hallwilersee.

Das Bürgerheim (vorne links) mit seinen Kulturen. Im Hintergrund der Hallwilersee.

Landabtausch beim altem «Spittel»: Der Gemeinderat erklärte, wie das Bürgerheim veräussert werden soll. Entschieden wird an der Gemeindeversammlung Mitte August.

Nächsten Monat entscheidet das Stimmvolk über den Verkauf des Bürgerheims und den Landabtausch mit den heutigen Pächtern, der Bauernfamilie Siegrist. Als «Spittel» respektive Altersheim darf das Gebäude nicht mehr dienen. Die letzte Renovierung liegt bald 40 Jahre zurück, seitdem habe die Gemeinde jeweils nur das Nötigste repariert. Eine Sanierung würde rund eine Million kosten, erklärte Ammann Jörg Bruder an der Orientierungsversammlung in der Mehrzweckhalle, ein Verkauf an die Familie Siegrist sei die sinnvollste Lösung.

Hofareal, Gebäude und die 7,2 Hektaren Land rundherum haben einen Wert von 1,875 Mio. Franken. 1,372 Mio. sollen die Siegrists hauptsächlich für das Heim zahlen, für die Landfläche rundherum hingegen ist ein Tausch vorgesehen: 13 Parzellen im ungefähr selben Wert und Umfang an verschiedenen Stellen der Gemeinde gibt die Familie her gegen das Land beim Bürgerheim, das sie bereits unterhaltet. «Diejenigen, die das Land schon haben, sollen es weiter bewirtschaften dürfen», sagte Jörg Bruder. Ein Verkauf der Landfläche sei für den Gemeinderat «aus einem Grund ganz klar nicht infrage» gekommen: Eine Gemeinde, die finanziell «relativ gut situiert ist», könne nicht einfach Land verkaufen und das Geld anhäufen. «Das geht politisch nicht», sagte er, worauf Felix Peter, Leiter Boden- und Pachtrecht beim Kanton, bekräftigte: «Wenn man Land hat, ist das viel wertvoller und zukunftsgerichteter.»

Entschieden wird dies an der Gemeindeversammlung vom 13. August. Laut Jörg Bruder habe der Gemeinderat trotz Corona auf eine Gmeind bestanden. «Die Nähe zum Volk ist uns wichtig, in dieser speziellen Zeit umso mehr.» Dazu seien für die Gmeind im Herbst bereits sehr viele Traktanden geplant.

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