Timo Ullmann, Micha Bietenhader und Angela Wüst fanden in der Liegenschaft an der Ecke Leuengasse/Eisengasse ein ideales Objekt für ihr experimentelles kreatives Schaffen. Hier wird von Architekt Beat Ullmann Raum für kulturellen Austausch und Entwicklungen zur Verfügung gestellt.

Inspirierende Architektur

«Die visionäre Geste der Architektur des Hauses inspiriert dazu, neue Verbindungen zu wagen und diese einem gemischten Publikum zugänglich zu machen», begründen die Akteure ihre Wahl. Dass das Gebäude gegenwärtig saniert wird, kommt ihnen gerade recht. Im geräumigen Parterre mit den grossen Schaufenstern und im historischen Keller mit den geheimnisvollen Ecken und Winkeln finden sie die ideale Plattform für ihr Projekt, welches nicht in einzelnen isolierten Arbeiten besteht, sondern den gesamten Innen- und Aussenraum umfasst. Eigenheiten und Spannungsverhältnisse der Architektur und des Standortes in der Altstadt werden in der Arbeit aufgenommen und führen zur künstlerischen Auseinandersetzung.

Was heisst das konkret? Timo Ullmann beschäftigt sich mit Alltagselektronik, welche als Klangerzeuger eingesetzt wird und auf traditionelle Instrumente sowie digitale Technik trifft. Gewohnte und ungewohnte Klänge und Geräusche eröffnen in der Mixtur neue akustische Äusserungen, wie die Performance «Roooms» in Lenzburg und Madrid Anfang Jahr im Hächlerhaus erleben liess.
Micha Bietenhader und Angela Wüst ihrerseits arbeiten mit medialen Installationen, Diaprojektionen und Monitoren. Beiden Teilen sind technische und mechanische Geräte wichtiger Bestandteil der Effektvermittlung. Nun sollen Sound- und Bild-Ebenen ineinander überleiten, sich vermischen und als Gesamtkomposition erfahrbar werden. Inspirationen finden die Jungkünstler im Hächlerhaus zuhauf, es ist sozusagen der «Hauptdarsteller».

Sound aus dem Raum

Visuell werden Details der historischen wie modernisierten Architektur aus dem Kontext des Vorgefundenen herausgelöst, neu platziert und definiert. Verschiedene Ebenen verweben, vermischen und überlagern sich vielschichtig zu neuen Farben und Formen. Auch der Sound wird aus dem Raum geschöpft und es gelingt mit raffinierter Technik sogar, Bilder in Töne zu verwandeln, versichert Ullmann. Bewegung bringt der Einbezug von Bild und Ton von draussen und drinnen. Das Publikum wird somit im doppelten Wortsinn in die Gesamtkomposition hineingezogen. Konzerte, Performances und Events ergänzen diese aussergewöhnliche Ausstellung jeweils an den Donnerstagen. Die Aktion im Hächlerhaus wird unterstützt von Kulturdünger, der Jugendkulturförderung des Stapferhauses Lenzburg.

Zone 32. Im Hächlerhaus Lenzburg, Eisengasse 37. Vernissage: Heute Donnerstag, 24. November, 19 Uhr. Bis 12. Januar 2012, jeweils donnerstags 19 bis 23 Uhr.