Ein aussergewöhnliches Zusammentreffen von Blasmusik und Jodelgesang sorgte am Samstagabend im Gemeindesaal von Möriken für stürmischen Beifall und stehende Ovationen.

Gemeinsam haben das Oberländerchörli Interlaken und die Brass Band Imperial aus Lenzburg ein Frühlingskonzert mit tiefen heimatlichen Wurzeln und fesselnden Klangbildern erarbeitet. Der musikalische Abend entfaltete sich als achtsame Reise durch die Schweiz, auf der ein traulicher Lieder- und Melodienfundus wieder entdeckt und neu interpretiert wurde.

Zuschauersaal wird Nebenbühne

Das Heimweh, so durften die Zuhörer im gut besuchten Gemeindesaal feststellen, ist nicht unbedingt an einen Aufenthalt im Ausland gebunden. Das Wohlbekannte, Schätzenswerte teilt sich nicht nur durch seine Abwesenheit mit, sondern lässt sich auch durch konzentrierte Aufmerksamkeit aufspüren.

Glanzpunkte an diesem Abend waren sicher die vier Vorträge, bei denen die Brass Band unter der Leitung von Rafael Camartin den bewegenden Gesang des Oberländerchörli begleiteten. Mit Feingefühl unterstützten die Blasmusiker den von Marie-Therese von Gunten dirigierten Jodelchor und dessen mal tröstenden, mal komischen Erzählungen aus einer Schweiz, die inzwischen selbst zur Erinnerung geworden ist.

Zu faszinieren wusste weiter auch die Komposition «Die Alpen» aus der Feder von Maurice Hamers, die einen Gipfelaufstieg beschreibt und die von der Brass Band Imperial spektakulär vorgetragen wurde. Ausserdem verstand es Rafael Camartin eindrücklich, das Klangerlebnis des Publikums zu erweitern, indem wiederholt auch der Zuschauersaal als Nebenbühne genutzt wurde.

Yvette Moser, die im Oberländerchörli mitsingt, resümiert nach dem Konzert über die Zusammenarbeit mit der Brass Band Imperial: «Es war sehr speziell und einmalig. Allein wegen des Unterschieds in der Lautstärke konnten wir uns anfangs nicht recht vorstellen, wie sich das Zusammenspiel gestaltet. Es hat uns grosse Freude gemacht.»

Und auch Pascal Koller, Präsident der Brass Band Imperial, war mit dem Konzertabend sehr zufrieden. «Mit der Durchführung solcher Projekte versuchen wir, attraktiv zu bleiben und neue Zuhörer für die Brass-Musik zu begeistern. Die Zusammenarbeit mit dem Jodelchor hat viel Spass gemacht.»