4,3 Meter lang ist der neue Stammtisch in der Café-Bar «Speuzli». Angefertigt wurde er auf Wunsch der neuen Geschäftsführerin Deborah Zimmerli. Vier Schreiner sagten ab, der Fünfte stellte sich der Herausforderung. «Ich blieb hartnäckig», sagt Zimmerli lachend, «ein grosser Stammtisch ist schliesslich wichtig, damit sich alle miteinander an einem Tisch unterhalten können.»

Mit ihren 23 Jahren weiss die junge Chefin genau, was sie will. Als sie von ihrer Mutter Patritia Zimmerli erfuhr, dass eine neue Wirtin für das Café gesucht wurde, zögerte sie nicht lange. «Es war schon immer mein Traum, selbstständig zu sein», sagt Deborah Zimmerli. Sie entschied, die Café-Bar zu übernehmen.

Ihre Mutter, die zu diesem Zeitpunkt bereits ein Jahr im «Speuzli» als Servicefachfrau gearbeitet hatte, unterstützte die Tochter bei der Entscheidung. Ohne die Hilfe ihrer Mutter stünde sie jetzt nicht hier, gesteht Deborah Zimmerli: «Ich kann nicht ohne sie und sie nicht ohne mich.» Seit Anfang Juli führen die beiden Frauen die Café-Bar – mit Erfolg.

In den vergangenen Monaten besuchten nebst den Stammgästen viele Neugierige das «Speuzli», nicht zuletzt um einen Blick auf die neuen Gesichter zu werfen und mit ihnen zu schwatzen. Auch alte Bekannte aus Menziken, wo Deborah Zimmerli 18 Jahre ihres Lebens verbrachte, bevor sie ins Emmental zügelte, kommen oft vorbei.

«Es wird viel gelacht bei uns. Meine Mutter und ich sind sehr fröhliche Menschen», sagt sie. Zimmerli ist überzeugt, dass die Gäste ihren Frohmut und die Freundlichkeit schätzen.

Der Name «Speuzli» bleibt

Um Gäste in ihr Lokal zu locken, hat die junge Wirtin einige Veränderungen vorgenommen. Neu gibt es eine Glacé- und eine Speisekarte für den kleinen Hunger sowie ein Wochenmenü. Je nach Saison sei dies beispielsweise ein leichter Salat oder eine Gulaschsuppe, verrät die gelernte Köchin.

Jeden dritten Sonntag will sie ausserdem einen Brunch anbieten – das kommende Wochenende zum ersten Mal. Unverändert bleibt hingegen der Name «Speuzli», schliesslich sei er etwas Spezielles. Die Bezeichnung erhielt die Café-Bar von einer Fabrik, die früher am heutigen Standort des Lokales stand. Deren Maschinen tönten, als ob sie «speuzten», weiss Zimmerli.

Es sei wichtig, dass der Name «Speuzli» bekannter werde, sagt sie. Und weiter: «Ich will zeigen, dass man auch mit 23 Jahren erfolgreich eine Beiz führen kann.» Seit zwei Wochen besitzt die ehrgeizige Chefin das Wirtepatent – dem beruflichen Erfolg der jungen Geschäftsführerin steht also nichts mehr im Weg.