Beinwil am See
Ein wenig mehr Fussballplatz für viel Geld: Ein 610'000 Franken-Vorhaben

An der Gemeindeversammlung vom 11. November wird über die Vergrösserung des Fussballplatzes entschieden.

Fritz Thut
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Regionaler Spitzenfussball mit Seesicht: Das Spielfeld des FC Beinwil am See muss vergrössert werden. Archiv/Walter Schwager

Regionaler Spitzenfussball mit Seesicht: Das Spielfeld des FC Beinwil am See muss vergrössert werden. Archiv/Walter Schwager

Walter Schwager

Das «Seestadion» des FC Beinwil am See ist legendär. Hier, eingeklemmt zwischen Jugendherberge und Badi, trägt das Fanionteam seine Heimspiele aus. Der Hallwilersee liegt in Steinwurfdistanz und es ist auch schon vorgekommen, dass der Matchball versehentlich im Wasser gelandet ist.

Doch nicht die Nähe zum See ist dem Fussball-Verband ein Dorn im Auge. Vielmehr ist das Spielfeld mit einer Grösse von aktuell 90 mal 55 Meter zu klein für Spiele in der 2. und 3. Liga zu klein. Bald laufen die Übergangsfristen ab. Eine neue Lösung muss her.

Absteigen oder auswandern sind keine valablen Optionen. Das Spielfeld muss vergrössert werden. Dies ist keine einfache Aufgabe, denn Richtung See versperrt die Naturschutzzone eine Ausdehnung. Die nun gewählte Lösung sieht die Drehung des Spielfeldes um die südwestliche Ecke vor. Damit kann die Vergrösserung des Spielfeldes auf 90 mal 57,6 Meter sowie die Sicherheitsräume von drei bis fünf Meter gewährleistet werden.

Landerwerb ist nötig

Um den Ausbau zu ermöglichen braucht es mehr Land. «Rund 500 Quadratmeter muss die Gemeinde für den Platzausbau zusätzlich erwerben», so der zuständige Gemeinderat Christoph Giger an der Vororientierung der Ortsparteien. Die Kosten für den Landerwerb (inklusive Notar und Geometer) betragen 110 000 Franken. Ein stolzer Preis von rund 200 Franken pro Quadratmeter, der gemäss Gemeindeammann Peter Lenzin erklärbar ist, durch die Tatsache, dass man das Land ja unbedingt braucht.

Die Baukosten werden auf 366 000 Franken veranschlagt. Zusammen mit dem Versetzen der Lichtmasten und den Honoraren kommt man auf eine Kreditsumme von 610 000 Franken. Viel Geld für eine Spielplatz-Drehung, viel Geld für einen einzigen Verein. Dass «das Eins» künftig in der Fremde, etwa in Reinach kicken müsste, ist keine Alternative: «Die erste Mannschaft ist das Zugpferd des Vereins. Wenn sie nicht mehr im Dorf tschutten kann, wäre dies wohl mittelfristig das Ende des Vereins», so Ammann Lenzin.

Der Tschutti-Klub mache auch sonst viel für die Jugend im Dorf, argumentiert der Gemeinderat zugunsten der grossen Ausgabe. Der FC trägt mit Eigenleistungen im Umfang von etwa 30 000 Franken selbst zum Vorhaben. Das Projekt ist wichtig. Schon seit Tagen ist die Gemeindeversammlung in der Internet-Vereinsagenda zuoberst vermerkt.