Birrwil
Ein Ständchen für den Grafen beim Eintauchen ins Mittelalter

Das hier alle fünf Jahre stattfindende Jugendfest hatte eine Zeitreise zum Motto.

Fritz Thut
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Hoch zu Pferd ritt Graf Rudolf von Habsburg in sein Lehensgebiet Beriwillare.
Graf Rudolf von Habsburg mit Gemahlin war zu Gast am Jugend
Die Birrwiler Schüler konnte ihre Treffsicherheit mit dem Pfeilbogen unter Beweis stellen.
Zum Zugang zum Mittelalter-Markt spielte eine junge Harfenistin.
In der Schmiede auf dem Mittelalter-Markt wurde gehämmert.
Auf dem Mittelalter-Markt konnte sich die Schüler als Steinmetz versuchen.
Gemeindeammann Verena Christen sass bei der "Tafeley" am Tisch von Graf Rudolf.
Graf Rudolf geniesst an der "Tafeley" die Vorspeise.
Vor der "Tafeley" wuschen sich Adel und gemeines Volk die Hände.
Beim Empfang von Graf Rudolf zeigen die örtlichen Knappen ihr Wehrbereitschaft.
Graf Rudolf zieht nach der Huldigung zum Markt.
An der "Tafeley" durfte das Güggelibein mit den Händen angefasst werden.
Kinder an der "Tafeley" am Birrwiler Jugendfest.
Ein Jung-Knappe übt sich hoch zu (Holz-)Pferd im Lanzenkampf.

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Fritz Thut

Jugendfest einmal anders: In Birrwil, wo dieser Anlass nur alle fünf Jahre stattfindet, gab es keinen traditionellen Umzug und keinen Lunapark. Unter dem Motto «Birrwil – a. D. 1264 – Graf Rudolf kommt» tauchte man drei Tage ein ins Mittelalter.

15 mutige Schüler übernachteten am Samstag im Zeltlager auf Stroh; statt Fernsehen gabs zum Einschlafen die Geschichte von Siegfried und dem Drachen.

Statt Putschibahn und Karussell gab es einen mittelalterlichen Markt, wo man sich in traditionellen Handwerken wie Schmied oder Steinmetz versuchen konnte. Beim Bogenschiessen oder beim Lanzenwettkampf zu (Holz-)Pferd wurde Geschicklichkeit geübt.

Huldigung für den Graf

Diese Fertigkeiten konnten am Samstagmorgen angewandt werden, als eine Inszenierung des Empfangs von Graf Rudolf von Habsburg den Umzug ersetzte. Der Lehensherr von Beriwillare und spätere römisch-deutsche König wurde stilgerecht und mit der nötigen Demut empfangen.

Entsprechend gnädig zeigte er sich beim Urteilen von Händeln. Keine Gnade kannte er allerdings mit Räubern, die einen Hof überfallen hatten. Zufrieden zeigte er sich mit dem Ausbildungsstand der örtlichen Knappen, die der örtliche Statthalter Burkhart an den Ort des Überfalls schickte.

Zum Lohn für diese Huldigungen gabs für die Schüler von Beriwillare und einige auserwählte Gäste eine «Tafeley» vor dem Gemeindehaus. Zu Beginn brachten die Kinder dem Grafen ein Ständchen, was dessen Stimmung und Appetit noch mehr hob.

Es gab Steinbrot mit Zwiebel-Honig-Kräuter-Sauce, ein Pouletbein mit Granatapfelkernen und Mandeln und zum Dessert Quarkcreme mit Honig und Baumnüssen. Mittelaltergerecht durfte das Güggeli in die Hand genommen werden.