Lenzburg
Ein spezielles Konzert musikalischer Begegnungen

Der Abschluss des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Musikalische Begegnungen Lenzburg bringt am Donnerstag- und am Freitagabend auf Schloss Lenzburg ein spezielles Konzert zum Thema «Begegnung».

Heiner Halder
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Vorwiegend jugendliche Musizierende proben mit Dirigent Urs Erdin für die «Rhapsody in Blue». MBL

Vorwiegend jugendliche Musizierende proben mit Dirigent Urs Erdin für die «Rhapsody in Blue». MBL

Man darf das Projekt «Rhapsody in Blue» ohne weiteres als die «Krönung» der Serie musikalischer Begegnungen bezeichnen – und dies nicht nur, weil es im einstigen Adelssitz hoch über der Stadt stattfindet. Vielmehr vereinen sich im grossen Finale all die Prämissen, welche das Festival ausmachen, in einem Wurf.

Begegnung auf vielen verschiedenen Ebenen eben: Im Orchester, wo Jugendliche und engagierte Amateure auf professionelle Musikerinnen und Musiker treffen; in der Musik von George Gershwin, der in seiner Rhapsody Elemente aus Klassik und Jazz verwebt; in der Kombination von Bild und Ton, wenn Fotos aus vergangenen Jahren von MBL-Vorführungen präsentiert werden.

Und schliesslich Begegnung in Reinkultur, wenn der von einem jungen Team gedrehte Film «Tuba, Tuba», durch das Orchester mit einer Komposition von Dirigent Urs Erdin live untermalt wird.

«Lokale Wertschöpfung»

Einen «3-D-Effekt für Augen und Ohren», nennt der musikalische Leiter das Gesamtkunstwerk, welches erst noch «lokale Wertschöpfung» bringt, weil die Mitwirkenden einheimisches Schaffen pflegen und das Zusammenspiel verschiedener Generationen und Professionen selten sei.

Die 20-minütige Videoproduktion wurde vom jungen Team The Ruths (Luca Schaffer, Julian Häusermann, Leonardo Russo, Stephan Wespi) gestaltet und von Urs Erdin vertont, wie er es 2011 mit dem Filmklassiker «Nosferatu» schon eindrücklich vordemonstriert hat.

Das Thema «Begegnung» wird als Szenenfolge mit surrealem Einschlag, ohne Worte, mit ruhiger Bildsprache und turbulentem Schluss inszeniert. Die Filmmusik als symphonische Begleitung kontrastiert zur Handlung.

Zum Auftakt des Abends intoniert das Orchester das Warschauer Konzert von Richard Addinsell, welches aus dem britischen Film «Dangerous Moonlight» stammt.

Die Melodie, angelehnt an ein Klavierkonzert von Sergei Rachmaninow, kann laut Erdin wohl mit Fug und Recht als einer der ersten Hits der Filmmusikgeschichte bezeichnet werden. Der Pianopart wird während des Lenzburger Konzerts von Peter Sterki bestritten.

Zeitgeist der Goldenen Zwanziger

In der «Rhapsody in Blue» gibt George Gershwin den amerikanischen Zeitgeist der Zwanzigerjahre wider. Ihm gelang es, den Jazz in die Kunstmusik zu integrieren, der «symphonische Jazz» weicht von den damals gebräuchlichen Formmustern ab und war zu seiner Zeit einmalig und ist auch heute noch ein gern gehörter «Ohrwurm».

Das von Urs Erdin dirigierte Orchester umfasst rund 65 Mitwirkende. In eitel Harmonie vereinigt es Mitglieder vom Jugendspiel Lenzburg, Musikschule Lenzburg und dem Jugendorchester Aarau, Amateurmusiker aus der Region, vom Orchesterverein Brugg und Profis, zum Teil von der Argovia Philharmonic.

Rhapsody in Blue. Donnerstag, 5. September und Freitag, 6. September, je
20 Uhr auf Schloss Lenzburg. – Vorverkauf bei Tourismus Lenzburg Seetal, Kronenplatz, Lenzburg. Telefon 062 886 45 47, tourismus@lenzburg.ch. – Infos www.mbl-lenzburg.ch

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