Möriken-Wildegg
Ein neues Schulhaus, gebaut mit nordischer Inspiration

Im neuen Schulhaus «Bünz» können die Schulräume beliebig vergrössert und verkleinert werden. Ausserdem wartet am Ufer der Bünz ein ganz spezielles Schulzimmer auf die Kinder.

Markus Christen
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Markus Christen

«Hier wäre ich auch gerne zur Schule gegangen.» Das ist der Satz, den man auf dem Rundgang durch das neue Schulhaus «Bünz» in Wildegg oft gehört hat. Die Besucher der Einweihungsfeier für das Schulgebäude, die am Samstagvormittag stattgefunden hat, besichtigten die Schulräume mit grossem Interesse. Der vernehmbare Gesamteindruck darf zweifellos als äusserst positiv bezeichnet werden.

Ein ehrgeiziger Zeitplan

Nur etwas mehr als ein Jahr hat die Bauzeit am neuen Schulhaus, einem reinen Holzbau, gedauert. Eine von allen Baubeteiligten als sehr sportliches Ziel bezeichnete Vorgabe, wie Karin Brenner-Schenk, Vizeammann von Möriken-Wildegg, bei ihrer Rede bemerkte.

Trotz dieser Herausforderung setzte Architekt Hans Hohl bei der Gestaltung des Gebäudes und der Schulräume nicht auf Standards, sondern realisierte ein eigenwilliges, spannendes Konzept. «Ich habe mich aus dem Nordischen inspirieren lassen», sagte Hohl bei einer Führung durch das Schulgebäude. So sollte ein Lernumfeld entstehen, wie es vor allem in den skandinavischen Ländern anzutreffen ist.

Offenheit und Transparenz

Konkret heisst das: Die Raumgrenzen des Schulhauses sind variabel. Abgetrennt durch Glaswände und –türen sowie Vorhänge können die Schulräume fast beliebig vergrössert oder verkleinert werden. So können beispielsweise die Zimmer im Untergeschoss, die derzeit noch von den Mittelstufenklassen besetzt sind, in drei Kindergärten umgewandelt werden, sobald die Mittelstufenschüler nach der Renovation der Schulpavillons auf der Schulanlage Hellmatt zurückkehren.

«Die Lehrpersonen sollen die Möglichkeiten des Gebäudes und der verschiedenen Räume kreativ nutzen und auf ihre Bedürfnisse der Unterrichtsgestaltung ausrichten», sagte Architekt Hohl. Leitgedanken beim Entwurf des Schulgebäudes seien für ihn Offenheit und Transparenz gewesen.

Kredit wird wohl eingehalten

Nicht nur die Innengestaltung, auch der Aussenraum erweist sich als erkundungswert. Nicht sichtbar von den Eingängen aus, an die der Spielplatz für die Kindergartenkinder angrenzt, ist das sogenannte Aussenschulzimmer. Dieses wurde ins Bachufer der Bünz gebaut. Entstanden ist eine abgestufte Steinarena, die an Sommertagen zum Unterricht einlädt.

Bereits rege genutzt wird auch die neue, 21 Meter lange Brücke, die das Schulhaus «Bünz» mit der Schulanlage Hellmatt über den Bünzbach verbindet. Gute Nachrichten gibt es auch betreffend Baukosten für Schulhaus und Brücke: Laut Architekt Hohl werde es voraussichtlich keine Überschreitung des Baukredits geben.