Lenzburg
Ein neues Gesicht bei den Musikalischen Begegnungen

Andrea Hofstetter ist Sopranistin und lebt in Lenzburg. Neu ist sie ein Teil der dreiköpfigen musikalischen Leitung der Musikalischen Begegnungen Lenzburg. Sie freut sich, dass sie so der Stadt etwas zurückgeben kann.

Janine Gloor
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Andrea Hofstetter gefällt es in Lenzburg.

Andrea Hofstetter gefällt es in Lenzburg.

Janine Gloor

Andrea Hofstetter wohnt schon länger in Lenzburg und hat auch vor, zu bleiben. Sie schätzt, was die Stadt an Kultur zu bieten hat. Jetzt hat sie einen Posten angenommen, der es ihr ermöglicht, dieses Angebot mitzubestimmen. Hofstetter ist neu in der musikalischen Leitung der Musikalischen Begegnungen Lenzburg, zusammen mit Andreas Jud und Daniel Schaerer. Somit liegt die künstlerische Entscheidungsgewalt in den Händen einer Sängerin, eines Organisten und eines Cellisten. Eine Mischung, die Hofstetter zusagt.

Für Hofstetter war der Einstieg bei den Musikalischen Begegnungen kein Sprung ins kalte Wasser. «Es ist ein sanfter Start. Das Programm 2015 war schon aufgegleist», sagt sie. Zu einer kleinen Bewährungsprobe ist es aber doch schon gekommen. Als bekannt wurde, dass ein Konzert nicht zustande kommen würde, konnte sie die Lücke schliessen, indem sie eine ihr bekannte Formation verpflichten konnte. Ansonsten gab es einige administrative Aufgaben wie das Korrekturlesen von Programmheften zu erledigen.

Mit Mozart zur Klassik gefunden

Hofstetter hat schon als Kind gern gesungen. Doch die Liebe zur Klassik hat bei der heutigen Sopranistin erst eingeschlagen, als sie als Kantischülerin im Chor das Mozart-Requiem sang. Danach entschied sie sich, am Konservatorium klassischen Gesang zu studieren. Neben ihren Engagements unterrichtet Hofstetter Sologesang. Viele ihrer jungen Schülerinnen und Schüler ziehen Pop der Klassik vor.

Werden die Musikalischen Begegnungen immer klassischer Natur sein? Hofstetter überlegt. «Ich denke, Klassik wird die Grundsparte bleiben», sagt sie. Aber die Organisatoren seien auch offen. Im diesjährigen Programm findet sich mit Don&Giovannis eine Formation, die klassische Arien mit Tangorhythmen, Jazz- und Klezmereinflüssen anreichert. Bei der klingenden Zone in der Altstadt werden die Zuhörer ebenfalls verschiedene Musikstile hören.

Die Musikalischen Begegnungen bieten Konzerte auf hohem Niveau. Das Publikum ist regional und wird von den Organisatoren persönlich in die Konzerte eingeführt. Hofstetter gefällt dieser lockere Rahmen. «Wir sind nicht die Tonhalle, wir sind etwas Anderes», sagt sie. Als sie für die Stelle angefragt wurde, war die Sängerin sich zuerst nicht sicher, ob nebst Proben, Auftritten und Unterrichten noch Zeit für eine weitere Aufgabe bleibt, zumal sie auch jeden Tag zwei Stunden übt und schon mitten in den Vorbereitungen für die diesjährige Möriker Operette «Banditenstreiche» steckt. Doch ihre Verbundenheit mit Lenzburg obsiegte. «Ich war in Lenzburg noch nie in einem Verein oder einem Amt. Diese Funktion ist für mich als Sängerin die perfekte Gelegenheit, etwas zurückzugeben.»