Ein neuer Werkhof und ein Doppelkindergarten, Sanierungen beim Fussballplatz, neues Schulmobiliar und ein Darlehen an die Stiftung Dankensberg: In Beinwil am See ist einiges los, allein nächstes Jahr will die Gemeinde mit 3200 Einwohnern 3,2 Millionen Franken investieren.
Im renovierten Löwenzimmer informierte die Gemeinde am Dienstagabend über die bevorstehenden Traktanden der nächsten Einwohner- und Ortsbürgerversammlung. So soll der Steuerfuss trotz hohem Investitionsvolumen bei 102 Prozent bleiben.

Möglich mache das das anhaltende Bevölkerungswachstum, das Mehreinnahmen generiere, sagte Gemeindeammann Peter Lenzin. Innerhalb von fünf Jahren (Stande Ende Juni) ist Beinwil am See um 7,4 Prozent gewachsen. Trotz de Bevölkerungseffekts wird die Verschuldung um 2,2 auf neu gut 7 Millionen Franken steigen. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 2200 Franken (kantonaler Durchschnitt: 600 Franken).

Pläne für Abbruch sistiert

Nicht vom Fleck kommen die Pläne für ein neues Dorfzentrum nördlich des Bahnhofs. Dort hat das Beinwiler Unternehmen Faes Immo das 4255 Quadratmeter grosse «Hüser»-Areal mit Wohnhaus und Nebenbauten übernommen.

Vor kurzem hat das Unternehmen bei der Gemeinde ein Gesuch für den Abbruch der bestehenden Bauten eingereicht, das auch vom Kanton bewilligt werden muss. Doch der Kanton will zuerst sehen, was an Stelle der bestehenden Gebäude entstehen soll. «Und dieses Projekt gibt es noch nicht. Deshalb läuft es auf eine Sistierung des Gesuchs hinaus», sagt Geschäftsinhaber Heinz Faes.

«Das waren einmal schöne Gebäude auf dem ‹Hüser›-Areal, aber heute sind sie das nicht mehr – das Zentrum einer pulsierenden Gemeinde stelle ich mir anders vor», erklärt Gemeindeammann Peter Lenzin. Er wolle den Dorfkern deshalb aufwerten und verdichten. Wohnungen, Gewerbe, ein Café und Geschäfte schweben dem Ammann vor. Doch wie es mit dem Gelände weitergeht, hängt vom weiteren Verlauf bei der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) zusammen.

In der neuen BNO ist für die Überbauung des «Hüser»-Areals eine neue Zentrumszone vorgesehen. Wie es mit ihr weitergeht, hängt vom Kanton ab. Nachdem im Frühling 2017 das Mitwirkungsverfahren durchgeführt worden ist, erstellt der Kanton nun den abschliessenden Vorprüfungsbericht. Der Gemeinderat hofft, die Planungsunterlagen im ersten Quartal des neuen Jahres öffentlich auflegen zu können.

Strompreis soll sinken

Bewegung dafür bei den spezialfinanzierten Betrieben. Der Finanzplan für die Abwasserbetriebe sieht hohe Investitionen in die Infrastruktur vor, weshalb die Abwassergebühren per 1. Januar 2019 um zehn Prozent erhöht werden sollen.
In der aktuellen Erfolgsrechnung resultiert ein Aufwandüberschuss von 147 200 Franken. In der Abfallwirtschaft gibt es bei einer schwarzen Null (4600 Franken) keine Änderungen.

Dafür ist vorgesehen, die Strompreise für das Jahr 2019 leicht zu senken, weil die geplanten Investitionen in die Erweiterung des Leitungsnetzes (167 000 Franken) und die Sanierung der Trafostation Zihl (100 000) fast vollständig eigenfinanziert werden können. An der Gemeindeversammlung behandelt wird ausserdem ein Verpflichtungskredit für neues Schulmobiliar: Für 203 000 Franken sollen 240 Sitzplätze in acht Schulzimmern und fünf Gruppenräumen ersetzt werden.

Im Kredit enthalten sind ausserdem 50 000 Franken für Mobiliar im neuen Doppelkindergarten «Seeanemone», der seinen Betrieb auf Beginn des Schuljahres 2020/2021 aufnehmen soll. Den Verpflichtungskredit über 2,23 Millionen Franken für den Neubau haben die Böjuer an der letzten Sommergmeind angenommen.

Neuigkeiten gibt es auch vom Kindergarten in der Häsigasse: Mit dem Bezug des geplanten Neubaus soll der bisherige umgenutzt werden. Nach einem Ideenwettbewerb hat nun eine Jury einen Sieger erkoren, der nun noch vom Gemeinderat gutgeheissen werden muss.

Anfang 2019 sollen dann alle Projekte präsentiert werden und die geplante Umnutzung im Detail vorgestellt werden. Bis dahin gibt sich die Gemeinde noch bedeckt, nur so viel verrät Gemeindeammann Peter Lenzin: «Wohnen und etwas Gewerbe soll es geben.»