Als bei Bildungsdirektor Alex Hürzeler die Einladung zur Einweihung des neuen Dreifach-Kindergartens Herrengasse in Niederlenz auf den Tisch flatterte, hat er sie gerne angenommen. Seit nämlich die Gemeinden für die Infrastrukturbauten zuständig seien, sei die Teilnahme des Kantons nicht mehr selbstverständlich, meinte er vorgestern Abend beim Überbringen der Grussbotschaft der Kantonsregierung an die Gemeinde in der Kantonsmitte.

«Der Kindergarten steht am Anfang des Bildungsweges. Alle haben die gleichen Chancen», sagte er. Und weil der vom Architekturbüro Architheke AG, Brugg, in Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer Gross AG, Brugg, realisierte Kindergarten beim Projektwettbewerb den Namen «Kleiner Fuchs» trug, meinte Hürzeler mit einem Schmunzeln: «Ich hoffe, dass aus dem kleinen Fuchs viele schlaue Füchse wachsen werden.»

Kindergärtler halfen mit

Mit Beginn des Schuljahres war der Betrieb im neuen Kindergarten aufgenommen worden. Die rund 60 Kindergärtler und ihre Lehrpersonen halfen beim Festakt tatkräftig mit. «Euse Chindsgi isch fertig, das isch wahr und wunderbar.» Zwischen den Zeilen des wohl eigens komponierten Liedes lässt sich ein wenig die lange Leidensgeschichte des Kindergartenneubaus herauslesen. Ein Fakt, der auch bei diversen Festrednern nicht unerwähnt blieb. Gemeindeammann Jürg Link hielt fest, dass der Umweg, den man habe machen müssen, richtig gewesen sei. «Ich bin glücklich, den nächsten Mosaikstein in der Schulraumplanung in einem wachsenden Dorf zu setzen.»

Zur Geschichte: Das ursprüngliche Projekt für den Dreifach-Kindergarten Herrengasse hätte um sechs kleine Mietwohnungen aufgestockt werden sollen. Dabei schnellten die Anlagekosten von 3,1 Millionen Franken auf 5,4 Millionen Franken in die Höhe. Daraufhin blockierten Einsprachen und eine Beschwerde die Weiterbearbeitung des Projektes. Schliesslich machte der Gemeinderat eine Kehrtwende und besann sich auf die ursprüngliche Absicht mit einer einstöckigen Baute. Die Folge: Umplanung, und die neue Auflage des Baugesuchs verteuerten das Projekt um mehrere Hunderttausend Franken.

Raum zum Spielen

Doch vorgestern war von diesen Zwischentönen nichts mehr zu spüren. Festlaune bei den am Bau beteiligten Fachleuten, den Kindergärtlern und ihren Lehrpersonen und bei den vielen anwesenden Eltern. Gemeinsam freuten sie sich über den grosszügigen eingeschossigen Elementholzbau mit drei Schulzimmern und verschiedenen Zusatzräumen. Auf der überdachten Terrasse beim Ausgang zur Spielwiese stand bei der Eröffnungsfeier das Rednermikrofon.

Die Terrasse soll laut Architekt Beat Klaus in Zukunft zur Theaterbühne der Kindergärtler werden. Ebenso flexibel nutzbar gestaltet ist der Haupteingang zum Chindsgi an der Lochackerstrasse. Auch um das Gebäude herum ist viel Raum zum Spielen geschaffen worden. Selbst der Chriesibaum, der dem Bau weichen musste, ist jetzt ein Klettergerüst. Als Ersatz dafür haben die Kinder einen neuen Obstbaum pflanzen dürfen.