Lenzburg

Ein Mann liess den Frauen den Vortritt – und sieht sich noch vor den Wahlen als Verlierer

CVP-Grossratskandidat Oliver Hunziker am Samstag in Wildegg flankiert von Cécile Kohler und Maya Bally (links) sowie Sabine Sutter-Suter und Christina Bachmann-Roth.

CVP-Grossratskandidat Oliver Hunziker am Samstag in Wildegg flankiert von Cécile Kohler und Maya Bally (links) sowie Sabine Sutter-Suter und Christina Bachmann-Roth.

Bei der CVP im Bezirk Lenzburg wähnt sich ein Grossratskandidat noch vor den Wahlen als Verlierer. Ob die Partei tatsächlich so geschlossen ist, wie sie sich nach aussen darstellt, scheint zumindest fraglich.

Der CVP ist es zu verdanken, wenn die Gesamterneuerungswahlen in den Grossen Rat im Bezirk Lenzburg am nächsten Sonntag nicht ganz spannungslos verlaufen. Im Fokus steht der Vierkampf innerhalb des Frauenquartetts mit den Bisherigen Sabine Sutter-Suter, Maya Bally und Cécile Kohler sowie der offensiv agierenden Christina Bachmann-Roth.

Beim öffentlichen Auftritt gibt man sich selbstbewusst, die Ansage ist klar: Die CVP, die bei den Wahlen 2016 einen Sitz holte, zielt auf den zusätzlichen Sitz im Kantonsparlament, den der Bezirk Lenzburg zugesprochen erhält. «Wir erachten es als realistisch, dass wir den Sitz holen», sagte Sabine Sutter-Suter, Mitglied der CVP-Bezirksparteileitung am Samstag am Rand der Wahlkampftour in Wildegg, wo sich die Kandidatinnen und Kandidaten gemeinsam in Minne präsentierten. Und es machte den Anschein, dass die CVP Bezirk Lenzburg bereit ist, diesem Ziel alles unterzuordnen.

Doch um welchem Preis? Ob die Partei tatsächlich so geschlossen ist, wie sie sich nach aussen darstellt, scheint zumindest fraglich. Wenn Bezirks-Co-Präsident und Grossratskandidat Oliver Hunziker von sich sagt: «Ich habe den Damen den Vortritt gelassen», so lässt das aufhorchen.

Alle Grossratskandidaten im Bezirk Lenzburg:

Zwei Parteizuzügerinnen den Vorrang gegeben

Tatsächlich hat sich bei der CVP parteiintern die Ausgangslage massiv verändert. Bei den letzten Wahlen vor vier Jahren hatte Hunziker hinter Sabine Sutter-Suter den zweiten Platz belegt. Mit dem Parteiwechsel von Maya Bally (von der BDP) und dem Zuzug von Cécile Kohler (aus dem Bezirk Baden) wurde Oliver Hunziker nun hinter die drei Bisherigen auf Listenplatz vier verbannt. In Wildegg sagte Hunziker über seine Position: «Die Chancen, gewählt zu werden, sind von fast sicher auf gegen null gesunken.» Das könnte man so interpretieren, dass er sich in die Opferrolle manövriert fühlt.

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