Lenzburg

Ein Lichtschlitz mitten auf einem Altstadtdach

Lichtschlitz in Lenzburger Altstadt

Lichtschlitz in Lenzburger Altstadt

Das schmale, mehrere Meter lange Glasband auf dem Dach eines eben sanierten Gebäudes zwischen der Lenzburger Rathaus- und Eisengasse ist – streng genommen – kein Dachfenster. Trotzdem durfte es eingebaut werden.

Gemäss Christoph Schnegg, Bereichsleiter Hochbau auf dem Lenzburger Stadtbauamt, bezeichnet man diese Konstruktion als Lichtschlitz. Die Scheibe ist fix und beinahe flächenbündig mit den Ziegeln montiert und lässt sich nicht öffnen.

Es sei eine für die Stadt «neuartige gestalterische Möglichkeit, Licht in Dachgeschosse zu bringen». Historisch gesehen wurden die obersten Stockwerke der Altstadt-Liegenschaften nicht bewohnt; in der Regel wurde dort das Brennholz für den Winter eingelagert. Im Sinne einer Belebung der Altstadt ist es ein legitimes Anliegen der Besitzer, diesen «toten» Bauraum bewohnbar zu machen.

Okay von Stadtbildkommission

Um Licht in diese neuen Wohn-Estriche zu bringen, suchte man hier eine Alternative zu aufgesetzten Lukarnen oder normalen Dachfenstern. Der Lichtschlitz gilt bautechnisch als «ziegel-bündige Verglasung». Sie lässt die eigentlichen Fensterprofile nicht in Erscheinung treten und wirkt somit schlicht und die Dachlandschaft beruhigend.

Das Element wurde hinsichtlich seiner Dimensionen und Konstruktion im Einvernehmen mit der Stadtbildkommission entwickelt, in der auch ein Mitglied der kantonalen Denkmalpflege vertreten ist.

«Der Lichtschlitz fällt zwar auf, wir hatten aber bisher noch keine negativen Reaktionen», hält Bereichsleiter Schnegg fest.

Noch nicht gelöst ist ein anderer Fall auf dem gleichen Dach: Firstnah verdeckt ein normales Dachfenster einen Rauchabzug. Hier sucht man noch nach einer besseren Lösung.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1