Möriken

Ein Jahresauftakt nach Mass

Thomas Suter bei seinem Solo im Stück «The Name». Foto: mch

Thomas Suter bei seinem Solo im Stück «The Name». Foto: mch

Das Neujahrskonzert der Imperial Brass Band im Gemeindesaal war grandios. Den Zuhörern entfuhr ein verblüfftes «Wow!».

Mit einer Fanfarenvariation begrüsste die A-Band der Imperial Brass Band Lenzburg am Samstagnachmittag das neue Jahr im Gemeindesaal von Möriken. Absolut beeindruckend war, mit welcher Präsenz und Präzision die Musiker vom ersten Takt an spielten. Bald war der Saal von kraftvollen, feierlichen Klängen geradezu ergriffen, bald huschten leichtfüssige Melodien am Ohr des Zuhörers vorüber.

Im kurzen Moment der Stille nach dem letzten Ton und vor dem aufbrausenden Applaus ertönte von den Zuschauerrängen ein zustimmendes «Wow!» – mehr war auch wirklich nicht zu sagen. Ein Auftakt nach Mass, wenn man so will, der, am Applaus gemessen, das Mass sämtlicher Erwartungen zu übertreffen schien.

Ein Stück wie ein grosses Bild

Edward Gregsons «Of Men and Mountains» forderte vom Publikum ganze Aufmerksamkeit. Die epische Erzählstruktur des Stückes mit den verstreuten Reminiszenzen auf das wuchtige Urbild, in dem sich der mit Leben angefüllte Mensch mit der drohenden und atemberaubenden Felsenwelt der amerikanischen Berge zu harmonisieren sucht, schlug die Zuhörer in Bann. Der feierliche Marsch «Mercury» von Jan van der Roost bildete schliesslich den Abschluss des eindrucksvollen ersten Konzertteils.

Den zweiten Teil eröffneten die Musiker unter der Leitung von Christian Siegmann mit «Olympic Spirit» von John Williams. Die Komposition wurde geschrieben für die Olympischen Sommerspiele von 1988 inSeoul. Die Interpretation der Imperial Brass Band sorgte für Gänsehaut und zeigte, wieso sich die Menschen in sportlichen Wettkämpfen um Hundertstelsekunden streiten: Ruhm und Ehre, ja, das sicher auch. Aber eben auch eine ganz spezielle und ganz persönliche Befriedigung.

Solisten zeigen ihr Können

In «Flowerdale» von Philip Sparke, eine romantische Hommage an die Landschaft Schottlands, und «The Name» von Peter Graham zeigten die Solisten Niklaus Egg mit dem Kornett und Thomas Suter mit der Posaune ihr Können.

«Show me the Way to go Home» veränderte den mit wenigen Ausnahmen eher ruhigen Grundtenor des zweiten Konzertteils noch einmal beträchtlich. Die auf einer Folk-Melodie begründete Komposition liess die Posaunen mit komischen Schlenkern die Wege eines Zechers nachzeichnen. Und mit «Roumanian Dances» ging im Gemeindesaal sprichwörtlich noch einmal die Post ab.

Es mag für viele der Zuhörer mittlerweile Tradition sein, am 1. Januar das Neujahrskonzert der Imperial Brass Band zu besuchen. Und das wiederum könnte damit zusammenhängen, dass diese Tradition die Kraft hat, in zwei Stunden unzählige neue Eindrücke zu vermitteln, die einen im besten Fall noch weit ins Jahr hinein begleiten.

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