Vierfachmord Rupperswil

Ein Jahr nach der Verhaftung von Thomas N. liegt die psychiatrische Begutachtung vor

Ein Jahr nach der Verhaftung des Vierfachmörders von Rupperswil liegt die psychiatrische Begutachtung vor. Diese wird eine mitentscheidende Rolle spielen, wenn es um die Frage der lebenslangen Verwahrung geht.

Das Strafverfahren zum Vierfachmord von Rupperswil ist weit fortgeschritten – die psychiatrische Begutachtung liegt vor. Doch die Staatsanwaltschaft hat den Täter Thomas N. ein Jahr nach dem Vierfachmord noch nicht angeklagt.

Zur Begutachtung seien in der Zwischenzeit Ergänzungsanträge gestellt worden, zu denen nun alle Parteien Stellung nehmen könnten, sagte Fiona Strebel, Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Im Anschluss werde die Staatsanwaltschaft die Ergänzungsfragen in Auftrag geben, wie die Mediensprecherin weiter ausführte. Wann es zu einem Abschluss des Strafverfahrens und zu einer Anklage komme, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.

Vierfachmord von Rupperswil:  Ein Jahr danach

Vierfachmord von Rupperswil: Ein Jahr danach

Rupperswil - 21.12.16 - Vor genau einem Jahr geschah in Rupperswil AG der Vierfachmord, der die ganze Schweiz schockierte. Wie ging die Bevölkerung damals mit der unfassbaren Tat um und wie ist die Stimmung in der 5000-Seelen-Gemeinde heute? Gemeindeammann Ruedi Hediger nimmt Stellung.

Keine Auskunft gab Strebel dazu, wieviele Gutachten konkret vorliegen. Zwei unabhängige Gutachten sind notwendig, damit ein Gericht gegen einen Täter eine lebenslängliche Verwahrung aussprechen kann. Der Mann muss wegen mehrfachen Mordes mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe rechnen.

In einem Aarauer Café verhaftet

Der Mordfall von Rupperswil gilt als eines der grausamsten Verbrechen, die in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz begangen wurden.

Der damals 33-Jährige, der in der Nähe des Tatorts wohnte, hatte sich am 21. Dezember 2015 Zutritt zum Haus einer Familie verschafft und vier Personen in seine Gewalt gebracht. Zuletzt tötete er die Geiseln, indem er ihnen die Kehle durchschnitt.

Der Schweizer wurde am 12. Mai in Aarau in einem Café am Rande der Altstadt im Rahmen einer grossangelegten Aktion und nach aufwendigen Ermittlungen verhaftet. Einen Tag später informierten die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau die Öffentlichkeit über den Ermittlungserfolg.

Realisation: Elia Diehl

Nur zwei Stunden nach der Verhaftung war der Mann eindeutig mittels Fingerabdruck mit der Tat in Verbindung gebracht worden. Bei der ersten Einvernahme gestand der Schweizer gemäss Justizbehörden den Vierfachmord. Der Mann wurde nach seiner Verhaftung im Gefängnis zunächst während Monaten rund um die Uhr überwacht, um einen Suizid zu verhindern.

Bei den Opfern des brutalen Vierfachmordes handelte es sich um eine 48-jährige Frau, deren Söhne im Alter von 13 und 19 Jahren sowie um die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes. Der Täter verging sich am jüngeren Sohn. Ein vorsätzlich gelegter Brand im Haus sollte die Spuren verwischen.

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Grafik: Elia Diehl

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