Lenzburg
Ein Grossauftrag von Coop erlaubte dem Planungsbüro, sich selbstständig zu machen

Das Planungsbüro Baumann&Waser aus Lenzburg feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen. Damals bedeutete für sie Planung und Bau der Coop-Verteilerzentrale in Schafisheim der «grosse Wurf».

Fritz Thut
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Geschäftsführer Ruedi Baumann vom Planungsbüro Baumann&Waser in Lenzburg vor der Baustelle der Coop-Verteilzentrale in Schafisheim.

Geschäftsführer Ruedi Baumann vom Planungsbüro Baumann&Waser in Lenzburg vor der Baustelle der Coop-Verteilzentrale in Schafisheim.

Emanuel Freudiger

«Ein Direktauftrag von Coop Aargau für ein Grossprojekt erlaubte es den beiden, sich selbstständig zu machen.» So wird in der Jubiläumsschrift der Anfang der Firmengeschichte der heutigen Firma Baumann Waser Partner AG in Zusammenhang mit dem Grossverteiler gestellt.

Die beiden jungen Berufsleute Ernst Baumann und Heinz Waser hatten gerade erst im Ausland ihre ersten Sporen abverdient, als der Auftrag für den Bau der Verteilzentrale vor den Toren von Schafisheim sie zurück in die Region Lenzburg führte. Exakt 50 Jahre nach der Firmengründung beschäftigt eine weitere gigantische Ausbauetappe dieses Verteilzentrums die Mehrheit des mittlerweile auf 12 Mitarbeiter angewachsenen Planungsbüros: Der Kreis schliesst sich.

«Schafisheim» wuchs laufend

Anfang der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts waren industrielle Grossbauprojekte in der Schweiz noch nicht derart omnipräsent wie heute. Den jungen Architekten Baumann und Waser kam damals entgegen, dass sie in Frankreich und Luxemburg schon an Grossprojekten gearbeitet hatten und beispielsweise mit dem Einsatz der damals in der Schweiz noch selten verwendeten Betonfertigelementen vertraut waren. Planung und Bau der Coop-Verteilzentrale auf der grünen Wiese «waren ein grosser Wurf», wie in der Firmenchronik unbescheiden festgehalten ist.

Die stete Entwicklung des Grossverteilers führte dazu, dass «Schafisheim» laufend mitwachsen musste. Und immer war das Büro «Baumann&Waser, Architekten und Planer» mit von der Partie: Anbau von Kühllager und Bäckereispedition (1972), Verdoppelung der Gesamtkapazität (1994), Ausbau des Bürotrakts (2006) waren die wichtigsten Etappen.

Obwohl schon frühere Coop-Schritte Baukosten in dreistelliger Millionenhöhe auslösten, übertreffen die aktuellen Pläne alles Bisherige. Das Planungsbüro Baumann&Waser ist wieder vertreten und plant die neueste Erweiterung der Verteilzentrale, während den Neubau des Produktionszentrums auf der andern Seite der Rupperswilerstrasse ein zusätzliches Büro betreut.

Geschäftsführer Ruedi Baumann, seit 1974 in der Firma und mit dem Gründer Ernst Baumann nicht verwandt, ist erneut an vorderster Front dabei und freut sich: «Die Aufgabe ist spannend, das Volumen respektabel. Und die grösste Herausforderung ist der laufende Betrieb während der ganzen Bauphase.»

«Gutes Gefühl für die Zukunft»

7 der 12 Mitarbeiter des Büros arbeiten am Coop-Projekt; mit zugezogenen Planern von Partnerfirmen sind es gar deren 25. Hat Ruedi Baumann da keine Bedenken, wie es nach dem Abschluss des Coop-Projekts weitergehen könnte? «Ich war nie ein ängstlicher Mensch: Ich habe ein gutes Gefühl für die Zukunft», so Baumann, der als langjähriger ehemaliger Präsident des Regionalplanungsverbandes Lenzburg-Seetal der breiten Öffentlichkeit ebenfalls bekannt ist.

Den Erfolg des Planungsbüros führt er auf die Eckpfeiler Ausbildung, Erfahrung und Wissen zurück: «Seit 50 Jahren konzentrieren wir uns auf hochkomplexe Industriebauten.» Daneben stehen auch einfachere und kleinere Bauten bis zum Einfamilienhaus auf der Referenzenliste. Eine zweite Spezialität des Büros sind subtile Sanierungen von Bauten in historischer oder sonst empfindlicher Umgebung: etwa der alte Gemeindesaal oder weitere Liegenschaften in der Lenzburger Altstadt.

Und dieser kommt das Planungsbüro bald wieder näher. Aus Platzgründen disloziert man im nächsten Frühjahr in die umgebaute ehemalige Telefonzentrale – beim Müli-Märt.